Die Turbulenzen in den USA breiten sich aus: Neben hohen Kreditausfällen im US-Häusermarkt beginnt auch im Bereich der Konsumentenkredite die Furcht vor Störungen. Die Kreditkartenschulden der Amerikaner haben im Sommer 2007 die Marke von 900 Mrd. Dollar überschritten – damit haben sie ein ähnlich hohes Volumen wie der Markt mit Subprime-Schulden.
Kreditkartenschulden: Krise greift auf Kreditkarten über
NEW YORK. „Wir sind in erhöhter Alarmbereitschaft“, sagt Deutsche-Bank-Analyst Michael Mayo. Er befürchtet einen „Domino-Effekt“, also das Übergreifen der Subprime-Sorgen auf den Kreditkartenmarkt.
Die jüngsten Nachrichten von Wall-Street-Banken machen deutlich, dass die Branche bereits mit höheren Ausfallraten kämpft. Capital One, der größte unabhängige Ausgeber von Visa- und Mastercard-Karten, erhöhte die Verlustprognose für sein gesamtes Kreditportfolio in 2008 auf rund 5,5 Mrd. Dollar. Dabei verwies der Konzern insbesondere auf steigende Ausfälle bei Kreditkarten und Autokrediten.
Zudem kletterte die Abschreibungsrate im Markt mit US-Kreditkarten im Oktober deutlich auf 5,1 Prozent; ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Anstieg über die Fünf-Prozent-Marke habe man erwarten müssen, sagte Credit-Suisse-Analyst Moshe Orenbuch: „Wir sind aber überrascht, wie schnell dies passiert ist.“
Auch der US-Bankenriese Citigroup lieferte in seinem jüngsten Quartalsbericht Warnsignale. Demnach sind die Kosten für Konsumentenkredite von Juli bis September um 2,6 Mrd. Dollar gestiegen. Allein für drohende Zahlungsausfälle bei US-Kreditkarten stellte die Bank 1,3 Mrd. Dollar zurück, nach nur 200 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum. Citi-Finanzchef Gary Crittenden begründete das mit „Veränderungen im Verbraucherverhalten“: Kreditkarten-Kunden begännen, ihre Konten stärker zu überziehen. Von einem „starken Wachstum“ ausstehender Kreditsummen berichtet auch American Express. Der Finanzdienstleister hat die Rückstellungen für drohende Verluste mit US-Karten im dritten Quartal um 44 Prozent auf 683 Mill. Dollar erhöht.
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