Landesbank: Abfindungen zehren an BayernLB-Bilanz

Landesbank
Abfindungen zehren an BayernLB-Bilanz

Den Stresstest der Europäischen Zentralbank glaubt die Landesbank Bayerns gut schultern zu können. Dennoch baut das Unternehmen Hunderte Stellen ab. Das bringt hohe Rückstellungen mit sich.
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FrankfurtDer geplante Abbau von bis zu 500 Stellen hat Ende 2013 deutliche Spuren in der Bilanz der BayernLB hinterlassen. „Wir haben im vierten Quartal dafür eine Rückstellung in dreistelliger Millionenhöhe gebildet“, sagte der scheidende Bankchef Gerd Häusler der „Börsen-Zeitung“ vom Freitag. Bei Stellenstreichungen müssen Unternehmen in der Regel Abfindungen an Mitarbeiter bezahlen, die ihren Arbeitgeber verlassen oder frühzeitig in Ruhestand gehen. Mit dem Stellenabbua will die zweitgrößte deutsche Landesbank den Verwaltungsaufwand im Kerngeschäft bis 2017 um 130 Millionen Euro drücken.

Häusler, der Ende des Monats den Vorstandsvorsitz an seinen Nachfolger Johannes-Jörg Riegler abgibt, soll ab Oktober Aufsichtsratschef der Münchner Bank werden. „Selbstverständlich werde ich kein Schatten-CEO sein“, betonte der 62-Jährige. „Ich werde mich in keiner Weise ins operative Geschäft einmischen.“ Eine der größten Herausforderung für Riegler ist die ungarische Problemtochter MKB, die das Geldhaus auf Druck der EU bis 2015 verkaufen muss. Eine Veräußerung der MKB sei nicht einfach, aber in dieser Frist „vorstellbar und möglich“, sagte Häusler.

Die BayernLB habe seit 2010 rund 1,5 Milliarden Euro an Kapital in die MKB gepumpt, erklärte Häusler. Die Bank leidet unter der schwachen Wirtschaftsentwicklung in dem osteuropäischen Land und den Auflagen der ungarischen Regierung. Dass sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kürzlich in die Diskussion mit Ungarn über die Bank eingeschaltet hat, findet Häusler gut. „Wenn nicht nur kaufmännische Fragen, sondern auch wirtschaftspolitische Aspekte eine Rolle spielen, dann ist eine Unterstützung durch die heimische Regierung stets willkommen.“

Dem anstehenden Gesundheitscheck der europäischen Aufsichtsbehörden könne die BayernLB angesichts ihrer Kernkapitalquote von zuletzt 15,4 Prozent gelassen entgegensehen, sagte Häusler. Auch Kredite über gut zwei Milliarden Euro, die die ehemalige österreichische Tochter Hypo Alpe Adria nicht zurückzahlen will, werden nach Einschätzung von Häusler kein Problem im Gesundheitscheck darstellen. „Ich glaube, dass diese Experten sehr wohl unterscheiden können zwischen Schuldnern, die nicht zahlen wollen, und solchen, die nicht zahlen können.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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