Die Finanzmarktkrise hat die Landesbank Baden-Württemberg weiter fest im Griff. Unter dem Strich weist das Finanzinstitut in den ersten sechs Monaten einen Fehlbetrag von 144 Mill. Euro aus, nachdem es im Vorjahreszeitraum einen Gewinn nach Steuern von 442 Mill. Euro erzielt hatte. Dennoch erwartet der Vorstandsvorsitzende Siegfried Jaschinski für das Jahr 2008 ein Ergebnis in Vorjahreshöhe.
BERLIN. Sofern sich die Finanzmärkte nicht wesentlich verschlechtern, erwartet Siegfried Jaschinski für dieses Jahr einen Gewinn von rund 300 Mill. Euro nach Steuern. Im Gegensatz zur WestLB und zur BayernLB ist die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) immer noch in der Lage, die Belastungen aus der Finanzmarktkrise aus eigener Kraft zu bewältigen.
„Das Halbjahresergebnis des LBBW-Konzerns ist noch immer durch die Auswirkungen der anhaltenden Finanzmarktkrise gekennzeichnet. Dies spiegelt sich vor allem im Handels- und Finanzanlageergebnis negativ wider“, urteilt Michael Steinbarth von der Ratingagentur Fitch. Zusätzliche Ergebnisbelastungen kämen durch die im Zusammenhang mit der Integration der Sachsen-Bank und der Landesbank Rheinland-Pfalz notwendigen Aufwendungen hinzu, sagte Steinbarth. Ohne diese Integrationskosten hätte die LBBW im operativen Geschäft ein kleines Plus von zwölf Mill. Euro ausgewiesen.
Im ersten Halbjahr summierten sich die Finanzmarktbelastungen der LBBW auf rund 1,49 Mrd. Euro. Davon wurden 464 Mill. Euro ergebniswirksam auf das Wertpapierportfolio abgeschrieben. Weitere Bewertungskorrekturen in Höhe von 214 Mill. Euro entfielen auf Kreditausfallversicherungen. Die Neubewertungsrücklage wurde mit 815 Mill. Euro dotiert. In der Neubewertungsrücklage werden vorübergehende Kursschwankungen des Wertpapierbestandes ergebnisneutral gegen das Eigenkapital gebucht.
Allerdings gibt es Zeichen für Entspannung. Bis Mitte April allein fielen vorübergehende Marktwertrückgänge in Höhe von 650 Mill. Euro an. Nach wie vor geht die Bank davon aus, dass die Bewertungskorrekturen spätestens bei Endfälligkeit zum „allergrößten Teil“ aufgeholt werden. Die tatsächlichen Verluste des mittlerweile rund 27 Mrd. Euro schweren Wertpapierportfolios seit Ausbruch der Finanzmarktkrise im Sommer 2007 bezifferte die Bank auf 60 Mill. Euro. Maximal 100 Mill. Euro sollen es bis Ende des Jahres werden.
„Entscheidend für das Rating ist, dass sich Ertragslage und Kapitalisierung der Bank wieder erholen und auch das Kundengeschäft mehr Dynamik entwickelt, um niedrigere Beiträge aus dem Kapitalmarktgeschäft kompensieren zu können“, schreibt Stefan Best, Ratinganalyst von Standard & Poor s der Bank ins Stammbuch. Beide Ratingagenturen bewerten die LBBW derzeit mit einem guten „A+“.

