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09.09.2008 
Halbjahres-Bilanzen

Landesbanken stehen mächtig unter Druck

von Frank M. Drost

In den Bilanzen der Landesbanken hat die seit Sommer 2007 tobende Finanzmarktkrise tiefe Spuren hinterlassen. Auch das erste Halbjahr fällt für die sieben selbstständigen Landesbanken ernüchternd aus. Nun mahnt die Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) unmissverstänlich Reformen an - Fusionen steht sie skeptisch gegenüber.

Von einer Demonstration ihrer Stärke sind die Landesbanken weit entfernt - auch die BayernLB weist im ersten Halbjahr ein Minus aus. Foto: dpaLupe

Von einer Demonstration ihrer Stärke sind die Landesbanken weit entfernt - auch die BayernLB weist im ersten Halbjahr ein Minus aus. Foto: dpa

BERLIN. Mit der BayernLB und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) weisen die zwei größten Landesbanken in den ersten sechs Monaten ein negatives Vorsteuerergebnis aus. Nur durch einen Kunstgriff ist es der WestLB geglückt, ein Minus zu vermeiden.

Die Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) mahnt unmissverständlich Reformen an. "Als größte Herausforderung bei den Landesbanken sehen wir unverändert die Notwendigkeit, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und dass sich mit dem Wegfall der Garantien im Juli 2005 und dem schwierigen Marktumfeld seit Juli 2008 die Refinanzierungsbedingungen deutlich verschlechtert haben", sagt Stefan Best, Ratinganalyst bei S&P. Kosteneinsparungen müssten damit einhergehen.

Die HSH Nordbank, der größte Schiffsfinanzierer weltweit, zieht jetzt die Notbremse. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen kündigte Vorstandschef Hans Berger den Abbau von 750 Stellen bis 2010 an. Derzeit stehen 4 318 Mitarbeiter auf der Lohnliste des Instituts, das wegen der Finanzmarktkrise den geplanten Börsengang verschob. Die damit erwartete Kapitalerhöhung stemmten die Eigner sozusagen vorbörslich. Der Bank wurde Kapital in Höhe von zwei Mrd. Euro zugeführt, was allerdings nur indirekt etwas mit der Finanzmarktkrise zu tun hat.

Das Vorsteuerergebnis der HSH Nordbank rauschte im ersten Halbjahr um fast 90 Prozent von 871 Mill. Euro auf 99 Mill. Euro ab. Die Bank kündigte an, nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche zurückzufahren oder zu schließen, so etwa die Leasing-Sparte.

Mit der WestLB und der BayernLB waren im ersten Halbjahr gleich zwei Institute gezwungen, die Hilfe ihrer Eigner in Anspruch zu nehmen. Ansonsten hätte der Wertberichtigungsbedarf großer Wertpapierportfolios tiefe Löcher gerissen. Bei der WestLB wurde ein 23 Mrd. Euro schweres Wertpapierportfolio ausgegliedert und mit Bürgschaften seitens der beiden Sparkassenverbände und des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von fünf Mrd. Euro ausgestattet. Durch die Übertragung des Portfolios entstand ein Übertragungsgewinn in Höhe von 763 Mill. Euro, der das Halbjahresergebnis ins Plus hievte.

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