Nach Nordrhein-Westfalen und Bayern gerät jetzt eine weitere Landesregierung wegen massiver Abschreibungen ihrer Landesbank in Bedrängnis. Um die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) langfristig zu stabilisieren, erwägen die Eigentümer eine Kapitalspritze zwischen vier und sechs Mrd. Euro - und zusätzlich eine Inanspruchnahme von Liquiditätsgarantien des Bundes.
Klotzen, nicht kleckern: Bis zu sechs Milliarden Euro könnte die Kapitalspritze für die LBBW betragen. Foto: ap
FRANKFURT/STUTTGART. Nach Angaben aus dem Eigentümerkreis wolle man "klotzen und nicht kleckern". Die LBBW müsse Belastungen in Milliardenhöhe aus der Finanzkrise verkraften, "da kommt schon was zusammen", hieß es. Die endgültige Höhe der Wertberichtigungen stehe aber noch nicht fest, weil die Bank derzeit versuche, aus den gelockerten internationalen Bilanzierungsregeln ihre Vorteile zu ziehen.
Die Sparkassen beraten am Donnerstag über ihre Strategie. Als Voraussetzungen für frisches Kapital sehen sie eine Verringerung des Kapitalmarktgeschäfts und eine Fusion der LBBW, hieß es im Eigentümerkreis. Favorisiert wird ein Zusammenschluss mit der BayernLB, was auch jüngst vom bundesweiten Sparkassenverband DSGV als Modell vorgegeben wurde. Danach sollen die beiden Landesbanken im Süden mit Teilen der WestLB einen von drei Blöcken bilden. Derzeit gibt es noch sieben selbstständige Landesbanken, wobei die Sanierung der großen Institute die Sparkassen finanziell bis zum Äußersten belastet.
SPD-Fraktionsführer Claus Schmiedel favorisiert eine reine Landeslösung. Falls die Sparkassen bei der Kapitalerhöhung nicht mitmachten, könne das Land deren Part mit übernehmen. Die Stadt Stuttgart als weiterer Träger scheint dagegen mitzuziehen. Dem Vernehmen nach geht es nur darum, ob sie dafür Schulden aufnimmt oder Rücklagen auflöst.


