Libor-Betrüger bei UBS: „Supermann… sei heute ein Held“

Libor-Betrüger bei UBS„Supermann… sei heute ein Held“

Als Manipulator eines Libor-Satzes hat er alle Register gezogen: Einem Händler der UBS in Japan kam die britische Finanzaufsicht auf die Schliche - und rückt nun mit Details über seine Methoden heraus.
  • 8

LondonEin einzelner Händler der UBS AG in Japan nutzte eine Kombination aus Bestechungen, Schmeicheleien und vorgetäuschten Handelsgeschäften, um einen Libor-Satz zu manipulieren - und das über einen Zeitraum von drei Jahren. Das geht aus Angaben der britischen Aufsichtsbehörde Financial Services Authority (FSA) hervor.

Der Mitarbeiter, der nur als “Händler A” identifiziert wurde, verschwor sich mit Brokern, Gegenparteien bei anderen Firmen sowie einigen Kollegen im eigenen Haus, um den Yen-Libor zu steuern, erklärte der Regulierer. Der Zinssatz beschreibt, wie viel Geld die Banken voneinander für das Ausleihen von Geld in der japanischen Währung verlangen.

Von der britischen Aufsichtsbehörde jetzt veröffentlichte E-Mails zeigen, dass der “Händler A” beispielsweise über vorgetäuschte Geschäfte heimlich Gebühren an Broker zahlte sowie Wettbewerbern und Kollegen einen Ausgleich versprach, wenn sie seinen Forderungen nachkommen würden.

Mit Blick auf den 6-Monats-Yen-Libor erklärte er am 18. September 2008 in einem Telefonat, dessen Mitschrift ebenfalls von der Aufsicht veröffentlich wurde: “Falls Du 6s unverändert lässt, dann werde ich einen f-----g gigantischen Deal mit Dir machen. Falls Du das machst… werde ich Dich bezahlen, weißt Du, 50.000 Dollar, 100.000 Dollar… was auch immer Du willst…. Ich stehe zu meinem Wort.”

In einer E-Mail an einen Interdealer-Broker schrieb er am 14. Juli 2009: “Supermann… sei heute ein Held” - er bat hierbei um eine hohe 6-Monats-Libor-Rate an dem Tag. Ein anderes Mal beschrieb er in einer Nachricht jene Personen, die die Zinsen beeinflussten, als “die drei Musketiere” (im Original: “the three muscateers”).

Die UBS hatte sich in dieser Woche im Libor-Fall mit Aufsichtsbehörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz auf Zahlung von insgesamt etwa 1,4 Mrd. Franken an Geldstrafen und Gewinnherausgaben geeinigt. Die Summe ist mehr als dreimal so hoch wie jene, die die britische Bank Barclays Plc in der Angelegenheit hatte zahlen müssen.

 

Kommentare zu " Libor-Betrüger bei UBS: „Supermann… sei heute ein Held“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wo gehen eigentlich all die ganzen Strafzahlungen hin? Wer profitiert von dem System? Die ganzen Zahlungen in den USA sind ja auch augenfällig. Nicht, dass sie eventuell ungerechtfertigt wären, aber wer kriegt all dieses Geld, dass dem Kunden bzw. dem Markt geklaut wurde? Bestimmt hat sich dahinter auch schon wieder ein System gebildet, dass kräftig abkassiert (also ausserhalb von Rechtanwälten, Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsämtern). Diese Frage wird oder soll komischerweise nie beleuchtet werden. Jeder denkt sich wohl, wahrscheinlich für einen wohltätigen Zweck. Gott-sei-Dank will es niemand genau wissen....

  • Wo bleiben die Klagen der Kunden, die hier mutwillig weniger Zinsen bekommen haben. Die UBS ist ein Verbrechersyndikat! (siehe Steuerhinterziehungen etc.). Die Strafen sind viel zu niedrig bemessen. Der doppelte Jahresgewinn wäre eine angemessene Strafe!

  • Dieses Jahr habene Sie endlich mal was zur Korrektur der Frauenquote getan! Bei ca. 200 Mio wiblichen und 200 Mio männlichen Preisträgern fällt das bisherige UNDERPERFORMEN der Frauen gar nicht mehr auf.

    http://www.nobelprize.org/

    Ich meinet aber soweiso nur harte Naturwissenschaften ohne Laberfächer wie Frieden, alternative Heilkunde oder Literatur.

Serviceangebote