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23.06.2008 
Banken-Übernahmen

Lloyds steigt in deutsches Fusionspoker ein

von Axel Höpner, Rolf Benders und Michael Maisch

Die deutsche Bankenlandschaft ist in Bewegung: Die Dresdner Bank, die Postbank und die Citibank stehen kurz vor dem Verkauf. Nun prüft auch die britische Großbank Lloyds, ob sich ein Einstieg lohnt. Mit einem Kauf könnten die Briten ihren Einfluss in Kontinentaleuropa ausbauen.

Immer noch ist unklar, wer beim Kauf der Postbank zum Zuge kommt. Foto: dpaLupe

Immer noch ist unklar, wer beim Kauf der Postbank zum Zuge kommt. Foto: dpa

FRANKFURT/LONDON. Die britische Großbank Lloyds TSB will offenbar die Chance auf eine Übernahme im deutschen Bankenmarkt nicht unbesehen verstreichen lassen. Die fünftgrößte britische Bank prüfe eine mögliche Übernahme der Dresdner Bank, der Postbank, oder des Deutschlandgeschäfts der Citigroup, heißt es in Finanzkreisen. Der Plan sei Teil des Bemühens, den Einfluss der Bank in Kontinentaleuropa auszubauen. Die Gespräche in Deutschland befänden sich aber noch in einem frühen Stadium und Lloyds prüfe auch den Einstieg in anderen Märkten.

Lloyds konzentriert sich bislang vor allem auf den britischen Markt. Vorstandschef Eric Daniels hatte kürzlich aber größere Übernahmen in Aussicht gestellt und eine Kapitalerhöhung nicht ausgeschlossen, falls zusätzliche Mittel nötig sein sollten. Seine Bank leidet bisher weit weniger als die Konkurrenz unter den Auswirkungen der Kreditkrise. Insgesamt musste Lloyd im Zuge der Verwerfungen an den Finanzmärkten 670 Mill. Pfund abschreiben, weit weniger als Royal Bank of Scotland oder Barclays.

Ein Interesse von Lloyds an deutschen Banken würde dem Fusionspoker hierzulande um eine neue Facette hinzufügen. In Deutschland stehen zurzeit die Postbank, die Citibank sowie die Allianz-Tochter Dresdner Bank zum Verkauf.

Bei Letzterer gilt bisher die Commerzbank als Favorit für eine Fusion. Commerzbank und Dresdner prüfen derzeit gegenseitig ihre Bücher. Interesse an der Dresdner hat nach Aussagen aus Finanzkreisen auch die spanische Banco Santander. In Bankenkreisen gilt es als offenes Geheimnis, dass die Allianz Konkurrenz-Bieter zur Commerzbank begrüßen würde, um ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Einen Kommentar zu möglichen Verhandlungen mit Lloyds lehnte die Allianz am Wochenende ab.

Der offizielle Startschuss für den Verkauf der Postbank durch die Deutsche Post wird für diese Woche erwartet. Als möglich gilt unter anderem eine Dreierfusion aus Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank. Als Favorit für den Kauf der Citibank, dem Deutschlandableger des US-Konzerns Citigroup, gilt derzeit die Deutsche Bank. Hier wird bereits in wenigen Wochen eine Entscheidung erwartet.

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