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13.07.2006 
Pleite ist vom Tisch

Lone Star setzt sich bei AHBR durch

von Rolf Benders

Die drohende Pleite der Immobilienbank Allgemeine Hypotheken Bank Rheinboden (AHBR) ist endgültig vom Tisch. Der US-Investor Lone Star hat den stillen Gesellschaftern die Einlagen abgekauft. Damit ist der Weg für die Sanierung frei.

Der Weg zur Sanierung der AHBR ist frei. Lupe

Der Weg zur Sanierung der AHBR ist frei.

FRANKFURT. Der US-Investor und AHBR-Großaktionär Lone Star kauft den stillen Gesellschaftern um die DZ Bank, die bislang mit Blockade einer Zerlegung der Immobilienbank Allgemeine Hypotheken Bank Rheinboden (AHBR) gedroht hatten, deren Einlagen ab. Lone Star kann nun wie geplant die AHBR drastisch verkleinern und in eine kleine Immobilieninvestmentbank umbauen. „Unter Abwägung aller Gesichtspunkte ist ein fairer Kompromiss erzielt worden“, sagte ein Sprecher der DZ Bank, die rund 140 Mill. Euro an stillen Einlagen bei der AHBR hatte. Die AHBR bestätigte die Einigung gestern abend.

Die gewerkschaftseigene AHBR hatte sich 2001 mit Zinsderivaten verspekuliert. Vier Jahre später drohte das mit Milliardensummen der Eigentümer stabilisierte Institut endgültig in die Pleite zu schlittern. Als niemand die marode Bank kaufen wollte, wurde sie unter Federführung der Bankenaufsicht BaFin Ende 2005 an den US-Fonds Lone Star übergeben. Dieser in der Restrukturierung von Banken erfahrene Fonds bekam dazu eine Mitgift von 871 Mill. Euro von den Alteigentümern.

Weil Lone Star das Geld nicht sofort in die AHBR steckte, sondern die stillen Gesellschafter den Milliardenverlust aus dem Jahr 2005 tragen lassen wollte, drohte eine Blockade bei der Sanierung der Bank. Als nun der bereits abgeschlossene Verkauf der Auslandskredite im Volumen von mehr als 3,5 Mrd. Euro an die Hypo Real Estate auf der Kippe stand, lenkte Lone Star ein.

In Finanzkreisen hieß es gestern, Lone Star sei bereit, die Einlagen der insgesamt über 30 stillen Gesellschafter zu rund 25 Prozent des Nennwertes von zusammen 372 Mill. Euro zu erwerben. Es sei damit zu rechnen, dass die überwiegende Mehrheit der Betroffenen zustimme. Diese scheuten am Ende offenbar langwierige Gerichtsprozesse, mit denen sie Lone Star zur Übernahme der AHBR-Verluste hätten zwingen müssen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Unklar ist, ob die stillen Gesellschafter trotz des schmerzhaften Kompromisses einen Buchgewinn erzielen werden.

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