Lustreisen: Mit der WestLB um die Welt

Lustreisen
Mit der WestLB um die Welt

Die abgewickelte WestLB hat Sparkassen-Chefs, Stadtwerker und Beamte auf Weltreise geschickt. Der Vorgang hätte ein Fall für den Staatsanwalt werden können, wenn die Bank nicht eine stille Lösung bevorzugt hätte.
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DüsseldorfEigentlich existiert die WestLB nur noch in Geschichtsbüchern. Am 30. Juni 2012 wurde die einst drittgrößte Bank Deutschlands abgewickelt. Doch Totgesagte haben oft ein langes Leben. Das gilt für eine Landesbank, die eng in das Geflecht von Politik und Wirtschaft verwoben ist. Und das gilt besonders für jene Teile der West LB, die heute unter neuem Namen ein zweites Leben führen.

Einer dieser Bereiche nennt sich heute WestLB Mellon Asset Management. In der Zeit, in der diese Geschichte spielt - in den Jahren 2002 bis 2005 - trug sie noch nicht den Namen der New Yorker Bank Mellon in ihrer Bezeichnung.

Die WestLB Asset Management war damals dazu da, das Geld von 500 institutionellen Kunden – Stadtwerken, Sparkassen Bürgermeistern und Regierungsbehörden – gewinnbringend anzulegen. Es geht um 40 Milliarden Euro. Die Asset Management-Firma aus Düsseldorf ist Anfang des Jahrtausends eine der größten in der Republik. Ihr Chef heißt Rupert Hengster. Er stammt aus dem Investmentbanking der WestLB und wechselte im Jahr 2001 zu der vielversprechenden Tochter. Die Bank selbst ist bestens vernetzt. Schon von Amts wegen sitzt der damalige NRW-Finanzminister und spätere Ministerpräsident Peer Steinbrück im Verwaltungsrat der Bank.

Die enge Verflechtung von Wirtschaft und Würdenträgern nahm allerdings bei der WestLB-Tochter Züge an, die sie in ein zweifelhaftes Licht stellt. Das belegen Unterlagen die dem Handelsblatt vorliegen.

Danach ist die muntere Asset Management-Tochter deutlich über die Stränge geschlagen. Eine Konzernbetriebsprüferin, die erst vor zwei Jahren die Bücher der WestLB Asset Management unter die Lupe nahm, entdeckte jedenfalls Kundenreisen, die alles andere als einem inhaltlichen Zweck dienten: Eine Reise nach Dallas war dabei im Wert von 5600 Euro pro Person. Eine Reise nach Madrid ließ sich die Bank 1900 Euro pro Kunde kosten. Beide Male standen sportliche Ereignisse wie Fußball oder die Qualifizierung zum Superbowl-Finale im Mittelpunkt der Ausflüge.

Nach Angaben aus dem Umfeld der Bank gehörten diese Reisen noch zu den harmloseren, bei denen das Geldanlegen in den Hintergrund rückte. Insgesamt ließ die Bank knapp eine halbe Millionen Euro im fraglichen Zeitraum für zweifelhafte Kundenevents springen.

Kommentare zu "Mit der WestLB um die Welt"

Alle Kommentare
  • Ein Anfangsverdacht der Vorteilsannahme ist gegeben.Ebenso der Anfangsverdacht der versuchten Strafvereitelung im Amt durch den leitenden Oberstaatsanwalt der StA Düsseldorf,wenn es stimmen sollte,daß kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.Wenn das so ist, was unterscheidet eigentlich die Justiz in NRW von der in Griechenland oder Sizilien?Parteisoldaten statt unbabhängige 3. Gewalt.

  • @Mazi
    Steinbrück hat wohl nicht mehr mit einem größeren "Amt" gerechnet. In der Politik und auch in höheren Regierungsämtern ist rückwirkende "Bestechung" (Belohnung) nicht ganz unüblich. Da wir uns ja in einem "Rechtsstaat" befinden, kann sich der entsprechende Amträger darauf verlassen, daß die "Bezahlung" auch (und erst) nach dem Ausscheiden aus dem Amt erfolgt. Dazu ist noch nicht einmal eine explizite Vereinbarung nötig, dh. es ist in jeder Hinsicht völlig legal. Jedem, der "seiner" Lobby nicht zu sehr auf die Füße tritt kann wohl implizit damit rechnen.

  • Merkel-Jünger?

    Eher einer, der für die Trennung von Politik und Wirtschaft ist. Für mich ist der Grenzbereich zur Korruption sehr eng, oft sogar überschritten.

    Schauen Sie sich einmal die Gönner-Steinbrücks und deren Verknüpfung an. Dann wissen Sie, auf was ich anspiele.

  • Also mit "Lustreisen" haben Sie's ja, beim HB. Erst die Humbug-Mülleimer, jetzt die WestLB. Ist nur etwas zu dick aufgetragen. Was haben die WestLB-Reisen mit "Lust" zu tun (bei dem Wort assoziiere ich Rotlichtviertel oder Ähnliches). Oder bedarf es dieses Etiketts, um für eine dünne Geschichte Aufmerksamkeit zu bekommen? (Rein rhetorische Frage...)

  • @Mazi
    Das hätten Sie wohl gerne,was Mazi?
    Da könnten Sie sich aber freuen.
    Noch son Merkel-Jünger.

  • @OLDENDORP
    Festzuhalten oder Festzustellen?
    Können Sie sich mal entscheiden?
    Aber bitte,stellen SIE mal fest,oder halten?
    Was ein Blödsinn.

  • Ach, mal wieder der Steinbrück.

    Der muss doch Ganzkörperstiefel tragen, um in der ... stehen zu können.

    Wenn das Ganze rum ist, erscheint der Schröder noch als Heiliger. Gabriel, schicken sie etwa den Steinbrück über das offene Feld und erleuchten den Nachthimmel mit einem Leuchtkörper aus, damit auch jeder den Steinbrück wie einen Hasen laufen sieht. Das ist gemein, einen Genossen derart vorzuführen. Es sei denn, dass sie der Meinung sind, dass Steinbrück das bekommt was er verdient hat.

    Aufgrund dessen ketzerischen, zynischen Bemerkungen könnte ich es nachvollziehen, verstehen.

    Sie sollten den Peer aus strategischen Gründen aus dem Feuer ziehen und einen Kampfkandidaten um de Kanzlerschaft für ein SPD in den Wahlkampf schicken. Das hier haben ihre Genossen nicht verdient.

  • @Holzklasse-Reisende
    "Bei den Aufsichtsratssitzungen ließ er sich gem. Focus meist vertreten."

    Das ist aber nu mal in der Wirtschaft nicht neues.
    Passiert jeden Tag.
    Ist das in dem Aufsichtsrat,wo Sie sich befinden,
    etwa anders?

  • @Kommissar
    Na, schon mal was vom automatischen Informationsaustausch
    gehört? Das wollen die SPDisten.Einfach mal googeln,gell?
    So wie die Amis das haben mit den schwyzern.

  • Ne halbe Millionen? In der heutigen Zeit: Wayne !

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