Massiver Stellenabbau: Deutsche Banken gefangen im Teufelskreis

Massiver Stellenabbau
Deutsche Banken gefangen im Teufelskreis

HVB, Commerzbank, Deutsche Bank – Deutschlands Banken setzen zum Job-Kahlschlag an. Die Branche ringt mit ungelösten Problemen und einer anhaltenden Krise. Die jüngsten Kürzungen sind erst der Anfang.
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DüsseldorfDie Commerzbank kappt bis zu 6000 Stellen, bei der Hypo-Vereinsbank fallen offenbar ebenfalls 1000 Jobs weg, der Versicherungskonzern Allianz wiederum beendet seinen Ausflug ins Bankgeschäft völlig. 450 Arbeitsplätze sind in Gefahr. Auch der hiesige Primus Deutsche Bank reiht sich in das Streichkonzert ein.

Doch dabei bleibt es nicht. „Für dieses Jahr rechnen wir unter Umständen mit einem etwas höheren Personalabbau als zuletzt“, sagt Carsten Rogge-Strang, Geschäftsführer beim Arbeitgeberverband des Bankgewerbes, im Gespräch mit Handelsblatt Online. Der Stellenabbau sei in den Vorjahren moderat ausgefallen. Einige Regionalbanken hätten sogar die Zahl der Beschäftigten aufgestockt.

Der Stellenabbau hierzulande gliedert sich in die zum Teil noch härteren Kürzungen anderer europäischer Geldhäuser ein. Bei britischen Instituten wie der HSBC fallen 2000 Stellen weg, bei der Royal Bank of Scotland sind es 5500. Noch radikaler ist die Schweizer Großbank UBS, die sogar 10.000 Jobs streicht. Bei diesen Instituten sowie der Deutschen Bank trifft es eher die Investmentbanker. Bei der Commerzbank trifft es wiederum das Privatkundengeschäft. Hier laufen Betriebsrat und Gewerkschaft Sturm gegen die Pläne.

Es offenbart sich, dass nach wie vor das Vertrauen in das Banksystem schwach ist. Die Finanzkrise, die mit der Pleite der Investment-Bank Lehman Brothers 2008 offen ausbrach, ist längst noch nicht überwunden. Die tieferen Ursachen der Misere sind nicht ausgeräumt, auch in Deutschland nicht.

Einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge planen vier von zehn heimischen Banken, in den kommenden Monaten Stellen zu streichen. Die Entwicklung der eigenen Geschäftslage beurteilen ebenso viele Institute als negativ. Somit droht eine Beschleunigung des seit Jahren anhaltenden Stellenabbaus in der gesamten Branche. „Der deutsche Bankensektor ist gezwungenermaßen auf Schrumpfkurs“, sagt Claus-Peter Wagner, Leiter des Bereichs Financial Services bei Ernst & Young. „Vor den Banken liegen magere Jahre.“

Die Misere der Geldhäuser hat mehrere Ursachen. „Niedrige Zinsen und die von den Zentralbanken bereitgestellte, üppige Liquidität drücken die Ertragskraft der Banken“, sagt Johannes Wassenberg, bei der Ratingagentur Moody’s verantwortlich für die europäische Bankbranche gegenüber Handelsblatt Online. So lasse sich im Kreditgeschäft angesichts der niedrigen Zinsen und der anhaltenden wirtschaftlichen Flaute kaum Geld verdienen. „Da müssen Institute die Kosten senken, was sich auch beim Personalbestand niederschlägt“, erklärt Rogge-Strang.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem des Sektors. „Der Bankenmarkt ist dicht mit Anbietern besetzt und es herrscht ein ausgeprägter Wettbewerb“, erläutert Wassenberg. „Banken sind bei Finanzprodukten nicht Preisgeber, sondern Preisnehmer.“ Die Geldhäuser versuchen inzwischen europaweit, sich gegenseitig Kunden abzuwerben. Die Institute konkurrieren zu Kampfpreisen. „Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Ertragskraft der Institute“, so Wassenberg.

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Kommentare zu " Massiver Stellenabbau: Deutsche Banken gefangen im Teufelskreis"

Alle Kommentare
  • Sie haben recht so sieht es aus. Nicht zu vergessen das man als einfacher Angestellter dann auch noch persönlich haftbar gemacht werden kann (z.B. durch namentliche Registrierung bei der BaFin und ungefilterte Weitergabe von Kundenbeschwerden wegen Sachverhalten auf die der Berater teilweise nicht mal Einfluß hat!). Die Berater in der Filiale bekommen keine Boni, müssen teure Kleidung wie z.B. Anzüge kaufen, die nicht mal steuerlich als Berufskleidung absetzbar sind, gereinigt werden müssen und werden im Kundenkontakt oft in einen Topf mit den Investmentbankern geworfen die überdurchschnittliche Gehälter und Boni bekommen. Für 2 TEUR Brutto säße dann da keiner mehr. Da sitzt man bequemer bei Ikea an der Kasse und kann Jeans und T-Shirt tragen. Die Banker die im Kundenkontakt in der Filiale arbeiten haben keine bombastischen Gehälter. Die sitzen woanders. Deshalb sollte man nicht alle in einen Topf werfen... aber es ist ja so einfach alle "Bankster" abzulehnen. Da sitzen aber auch normale Menschen.

  • ungelöste probleme aha, und was ist mit den problemen die verschwiegen werden? kommt nun Banken die 4.?

  • Trader, und immer wieder Trader, bei (fast) allen Skandalen in den Banken, und nicht zu vergessen die meisten Fuehruengsleute sind exTrader weil Banken nach dem Motto bevoerdern "wer viel Geld verdient ist gut"

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