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19.03.2008 
Regeln für Fannie Mae und Freddie Mac gelockert

Milliarden für den US-Hypothekenmarkt

von Torsten Riecke

Die US-Behörden haben strenge Kapitalregeln für die beiden größten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac gelockert und damit eine milliardenschwere Finanzstütze für die angeschlagene Branche ermöglicht. Das sorgte an den Börsen für gute Stimmung.

Fannie-Mae-Zentrale in Washington. Lupe

Fannie-Mae-Zentrale in Washington.

NEW YORK. Die zwei größten Hypothekenfinanzierer der USA werden von der staatlichen Leine gelassen. Durch die gelockerten Kapitalauflagen können die staatlich gestützten Baufinanzierer jetzt mehr Hypotheken aufkaufen, in die eigenen Bücher nehmen oder als Hypothekenanleihen weiterreichen. Die Aktienkurse der Institute reagierten mit starken Gewinnen. An der Wall Street legten Fannie-Mae-Aktien um mehr als 13 Prozent zu, Freddie Mac gewannen um mehr als 14 Prozent. Auch der Dollar legte zum Euro im Zuge der Nachricht zu.

Mit den Erleichterungen will die Administration von US-Präsident George W. Bush den eingefrorenen Markt für neue Baudarlehen auftauen und die Refinanzierung von Hypotheken erleichtern. Kommt der Markt wieder in Gang, so die Hoffnung der Politiker, würden auch die Zwangsvollstreckungen sinken und der Verfall der Hauspreise gestoppt.

Die Maßnahme markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende für die Regierung. Hatten doch die Republikaner von Präsident Bush immer wieder darauf gedrängt, das Treiben von Fannie und Freddie unter eine strikte Aufsicht zu stellen. Als die beiden Schwesterinstitute durch Bilanzierungsfehler ihre Bücher um mehr als elf Mrd. Dollar korrigieren mussten, erhöhte die Aufsichtsbehörde Office of Federal Housing Enterprise Oversight (Ofheo) die Kapitaldeckung für Fannie und Freddie um 30 Prozent über das übliche Minimum hinaus. Dadurch wurden liquide Mittel in Höhe von rund 53 Mrd. Dollar gebunden, die andernfalls für Investitionen in den Hypothekenmarkt zur Verfügung gestanden hätten.

Eine Überprüfung der Geschäfte beider Unternehmen habe ergeben, dass Fannie Mae vollkommen und Freddie Mac nahezu komplett die bisherigen Bilanz- und Kapitalregeln der Regierung eingehalten hätten, teilte die Ofheo am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zusammen mit dem Fannie-Mae-Chef Daniel Mudd und Freddie-Mac-Boss Richard Syron mit.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: 200 Mrd. Dollar zusätzliche Liquidität erwartet

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