Mitarbeiter manipuliert Handelsposition: Deutsche Bank suspendiert Derivatehändler

Mitarbeiter manipuliert Handelsposition
Deutsche Bank suspendiert Derivatehändler

Ein junger Derivatehändler hat bei der Deutschen Bank in London eine Diskrepanz von 30 Mill. Pfund (rund 45 Mill. Euro) verschleiert. Der Händler sei suspendiert und eine interne Untersuchung laufe, hieß es gestern in Unternehmenskreisen.

dih HB LONDON. Auch die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA sei informiert worden. Eine Sprecherin der Deutschen Bank in London wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern. Ein Sprecher der FSA sagte, die Behörde äußere sich nicht zu solchen Untersuchungen.

Nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen habe der Händler seine Positionen um rund 30 Mill. Pfund zu hoch angegeben, hieß es in den Kreisen. Kollegen hätten das entdeckt und die interne Untersuchung in Gang gebracht. Der Händler sei daraufhin Mitte Dezember suspendiert worden. In dieser Woche werde es weitere Anhörungen geben. Die Bank sehe darin eine rein interne Angelegenheit. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass weitere Mitarbeiter in den Vorfall verwickelt seien. Kunden hätten dabei kein Geld verloren.

Der beschuldigte Händler hat den Angaben zufolge mit Derivaten im Rentenbereich gehandelt, vor allem mit Collateralised Debt Obligations (CDO). Dabei handelt es sich um Wertpapiere, denen Tranchen verschiedener Anleihen und Schuldtitel mit unterschiedlichen Risikoprofilen zu Grunde liegen. Solche Wertpapiere sind eine Anlage für Investment-Profis und nur mit Hilfe relativ komplizierter Computerprogramme zu steuern.

Auf diesem Markt gilt die Deutsche Bank als eines der führenden Institute weltweit. Angesichts der hohen Volumina, um die es hier geht, sind 30 Mill. Pfund keine sehr bedeutende Summe. Unklar ist, wie stark sich der Vorfall auf das Handelsergebnis auswirkt. Die Deutsche Bank hat noch keine Zahlen für das vierte Quartal 2005 veröffentlicht. Ein Schaden würde in dem Ergebnis berücksichtigt, hieß es.

Der Markt mit Schuldtiteln boomt und hat vielen Banken im abgelaufenen Jahr zu ansehnlichen Gewinnsteigerungen verholfen. Marktaufseher haben jedoch wiederholt angemahnt, dass die internen Kontrollen der Banken mit dem Wachstum des Handels mithalten müssten.

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