Mögliche Verstöße gegen Ad-hoc-Pflicht: Finanzaufsicht prüft Hypo Real Estate

Mögliche Verstöße gegen Ad-hoc-Pflicht
Finanzaufsicht prüft Hypo Real Estate

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft nach den überraschenden Millionen-Abschreibungen bei der Hypo Real Estate (HRE) mögliche Verstöße des Münchener Immobilienfinanzierers gegen die Ad-hoc-Pflicht. Ein entsprechendes Verwaltungsverfahren sei eingeleitet worden, sagte eine BaFin -Sprecherin dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Erfahrungsgemäß dauert eine solche Prüfung mindestens einige Wochen. Ein Verstoß gegen die Ad-hoc-Pflichten - etwa die zu späte Information der Anteilseigner - kann laut BaFin theoretisch mit einem Bußgeld von bis zu einer Mill. Euro belegt werden.

Die HRE-Aktie war am Dienstag zeitweise um 37 Prozent eingebrochen, rund 2,4 Mrd. Euro an Marktkapitalisierung wurden vernichtet. Grund hierfür war Analysten zufolge nicht die vergleichsweise geringe Abschreibungshöhe von 390 Mill. Euro, sondern die Tatsache, dass die Wertberichtigungen völlig überraschend auftauchten. Noch im November hatte die Spezialbank erklärt, man sehe die Finanzkrise "extrem gelassen", Belastungen drohten nicht.

Die Hypo Real Estate wies ein Fehlverhalten auf Nachfrage zurück. "Den Vorwurf eines Verstoßes gegen die Ad-hoc Pflicht weisen wir mit Nachdruck zurück. Die Hypo Real Estate Group hat sich selbstverständlich immer korrekt an die Regelungen der Ad-hoc Publizität gehalten", sagte ein Sprecher.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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