Die weltgrößte Rückversicherung bleibt mit dem Branchenprimus bei den Erstversicherungen verbunden. Der Anteil der Münchener Rück an der Allianz wird bei 4,9 Prozent verharren.
HB MÜNCHEN."Wir fühlen uns komfortabel mit einer Beteiligung an der Allianz von unter 5 Prozent", sagte Münchener-Rück-Vorstandsmitglied Jörg Schneider am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Die Münchener Rück hatte vorige Woche ihren Anteil an der Allianz von 8 auf 4,9 Prozent gesenkt.
Aus dem Verkauf hat die Münchener Rück einen Gewinn von 560 Millionen Euro erzielt, teilte Schneider weiter mit. Zum Zeitpunkt des Verkaufs war kein Preis genannt worden. Der Preis liegt am oberen Ende der damaligen Analystenschätzungen.
Die beiden in München ansässigen Konzerne waren über Jahrzehnte eng miteinander verflochten. Sie hielten jeweils 25 Prozent am Nachbarn. Die Traditionsunternehmen haben sogar gemeinsame Wurzeln: Der Gründer der Münchener Rück, Carl Thieme, hatte 1889 mit einem Partner auch die Allianz gegründet, die bereits 1914 der größte deutsche Sachversicherer war. Ende Oktober des vergangenen Jahres hatten die Unternehmen ihren seit 1921 bestehenden Rahmenvertrag aufgelöst, der die enge Zusammenarbeit geregelt hatte.
Allianz und Münchener Rück zählten zu den wesentlichen Akteuren der siechenden „Deutschland AG“. Dahinter verbirgt sich die starke Kapitalverflechtung zwischen den großen deutschen Konzernen und die wechselseitigen Beteiligungen der Finanzinstitute. Die Kursrutsche an den Börsen zeigten allerdings das Problem dieses Konstrukts: Die Konzerne, besonders die Versicherer, mussten wegen ihres hohen Aktienbesitzes Milliarden abschreiben. Aus diesem Grund entflochten die Unternehmen die "Deutschland AG".
Ein weiterer Grund für den Verkauf der gegenseitigen Beteiligungen von Allianz und Münchener Rück ist, dass die Versicherungsriesen zuletzt immer stärker zu Konkurrenten wurden. Die Münchener Rück stieg mit Ergo zum zweitgrößten Erstversicherer hinter der Allianz auf.

