0 Bewertungen
07.12.2007 
Aktienkurs steigt deutlich

Münchener Rück freut sich über Hedge-Fonds-Einstieg

Der schwedische Fonds Cevian setzt nach seinem Einstieg bei der Münchener Rück auf eine verbesserte Strategie beim zweitgrößten Rückversicherer der Welt. An der Frankfurter Börse weckte der Einstieg Hoffnungen bei den Anlegern.

Die Figur "Walking Man" steht vor dem Haupteingang des Verwaltungsgebäudes der Münchener Rück. Das Unternehmen bleibt in Bewegung. Foto: dpaLupe

Die Figur "Walking Man" steht vor dem Haupteingang des Verwaltungsgebäudes der Münchener Rück. Das Unternehmen bleibt in Bewegung. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Münchener Rück lässt sich von Drohgebärden aus Aktionärskreisen nicht unter Druck setzen. Nachdem am Freitag bekannt geworden war, dass der schwedische Fonds Cevian Capital knapp drei Prozent an dem zweitgrößten Rückversicherer der Welt zusammengekauft hat, erklärte ein Sprecher der Münchener gegenüber dem Handelsblatt: „Wir kennen Cevian seit geraumer Zeit und sprechen mit ihnen auch schon seit geraumer Zeit, – so wie wir es mit allen wichtigen Investorengruppen weltweit tun.“

Cevian agiert wie ein Hedge Fonds und ist in Kapitalmarktkreisen für sein aggressives Vorgehen bekannt. Solche Investoren drängen das Management gern zu strategischen Änderungen der Geschäftspolitik, um den Wert ihrer Anlage möglichst rasch zu erhöhen. Cevian macht da keine Ausnahme: Der Fonds sieht "gutes Potenzial für die Münchner", erklärte ein Sprecher.

Bei der Münchener Rück tummeln sich bereits etliche solcher Investoren: „Hedge Fonds halten etwa zehn bis 15 Prozent an unserer Gruppe“, sagte Nikolaus von Bomhard, Chef der Münchener Rück, bereits im August. Er zeigte sich zugleich recht unaufgeregt. „Wir freuen uns über jedes Interesse an unserer Aktie.“ Er habe auch keine Angst, sagte er damals, wenn sich der Anteil der Hedge Fonds durch das Aktienrückkaufprogramm erhöhe. Von Bomhard hat im Mai dieses Jahres angekündigt, eigene Aktien im Wert von insgesamt fünf Mrd. Euro bis 2010 vom Markt zu nehmen. Zusammen mit den Dividenden solle den Aktionären dadurch insgesamt acht Mrd. Euro zufließen. Vom laufenden Rückkaufprogramm über zwei Mrd. Euro hat die Münchener Rück bis Ende November bereits 1,5 Mrd. Euro erledigt.

Den Aktionären der Münchener Rück hat das bisher wenig gebracht. Im Gegenteil: Ihre Gesellschaft hat die Papiere teilweise teurer bezahlt als sie heute notieren und sich somit Verluste eingehandelt. Anders als die meisten deutschen Aktien weist die Aktie der Münchener Rück enormen Rückstand auf ihren Höchstkurs von 391 Euro im Herbst 2000 auf. Im Jahresverlauf notierte sie zwischen 112 und 142 Euro. Nach Bekanntgabe des Cevian-Interesses legte der Kurs zunächst um mehr als fünf Prozent zu.

Anleger und Analysten sehen das Rückversicherungsgeschäft als stark schwankungsanfällig an. Rückversicherer versichern Endkunden-Versicherer gegen untypische Schadenausschläge und Großrisiken. Die Münchener arbeiten daher seit Jahren daran, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen. Dazu verzichten sie bewusst auf unrentables Geschäft und nehmen lieber ein schwaches Wachstum in Kauf. Den Investoren reicht das offenbar nicht. Deshalb hat die Münchener Rück in diesem Jahr ihre Wachstumsinitiative „Changing Gear“ (andere Gangart) gestartet. Seitdem sind einige neue Geschäftsfelder, vorwiegend in Nischen, hinzugekauft worden – allerdings kein wirklich großer Deal.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Deutsche kaufen mehr Bausparverträge  Artikel in Merkliste

10.10.2008

Die Finanzkrise bringt den Bausparkassen zusätzliches Geschäft. Auf der Suche nach sicheren Anlagen entdecken die Deutschen den Bausparvertrag wieder. Artikel


Anzeige