Der Rückversicherer Münchener Rück übernimmt die britische Gesellschaft MSP Underwriting Ltd. Trotz der Waldbrände, die kürzlich in den USA wüteten, hält der Chef des Dax-Konzerns, Nikolaus von Bomhard, an seinen ehrgeizigen Zielen fest und peilt Rekorde an.
HB MÜNCHEN/NEU-DELHI. Die Münchener Rück sieht sich nach dem dritten Quartal weiter auf Kurs. „Wir sind für unsere Prognose gut unterwegs“, sagte Firmenchef Nikolaus von Bomhard am Montag in Neu-Delhi. Der zweitgrößte Rückversicherer der Welt will dieses Jahr netto 3,5 bis 3,8 Mrd. Euro verdienen, was ein neuer Rekord wäre.
Von Bomhard erwartet durch die zuletzt in Kalifornien wütenden Waldbränden keine massive Belastung für den Konzern. „Wir haben noch keine Zahlen. Was uns die Erfahrung lehrt, ist allerdings, dass die Rückversicherer von dieser Art von Schaden nicht so stark betroffen sind.“ Experten schätzen den gesamten versicherten Schaden, den die Assekuranz tragen muss, auf mehr als eine Milliarde Dollar
Der Kaufpreis für MSP Underwriting Ltd. liege im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilte das Unternehmen am Montag mit. Über MSP und deren zugehörige Beaufort Underwriting Agency Limited erhalte die Münchener Rück Zugang zu einem Lloyd's-Syndikat, das im vergangenen Jahr Bruttoprämien von 137 Mill. britischen Pfund (197 Mio Euro) erwirtschaftet habe. Beaufort biete der Münchener Rück Zugang zu gut 47 Prozent des Geschäfts dieses Syndikats, hieß es. Bereits seit 2002 rückversichert die Münchener Rück den Angaben zufolge Geschäft des Syndikats.
Mit der Übernahme werde das bestehende Portfolio hervorragend ergänzt, erklärte Münchener-Rück-Vorstand Peter Röder. Das Unternehmen verbreitere dadurch sein über Lloyd's gezeichnetes Geschäft in Branchen, die das zur Gruppe gehörende Watkins Syndikat nicht abdecke. Watkins ist auf das Transportversicherungsgeschäft spezialisiert.

