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09.05.2006 
Quartalsergebnis

Münchener Rück legt überraschend stark zu

Der Rückversicherer Münchener Rück hat im ersten Quartal seinen Gewinn überraschend stark gesteigert und schon mehr als ein Drittel des geplanten Jahresergebnisses eingefahren. Der Zuwachs kommt sowohl aus dem Ruckversicherungsgeschäft als auch aus dem Geschäft mit Erstversicherungen.

HB MÜNCHEN. Der Überschuss habe in den ersten drei Monaten um rund 42 Prozent auf 979 Mill. Euro zugenommen, teilte der Konzern am Dienstag in München mit. Analysten hatten im Schnitt mit 711 Mill. Euro gerechnet, selbst die höchste Schätzung wurde weit übertroffen. „Das ausgezeichnete Quartalsergebnis ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Erreichung unseres Ziels für 2006“, sagte Controlling-Vorstand Jörg Schneider. Für 2006 erwartet die Münchener Rück unverändert eine Rendite auf das Risikokapital von 15 Prozent, was einem etwa konstanten Gewinn zwischen 2,6 und 2,8 Mrd. Euro entsprechen würde.

Im Kerngeschäft Rückversicherung verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 841 Mill. Euro nach 604 Mill. im Vorjahr. Das Ergebnis sei besser ausgefallen, obwohl die Münchener Rück mehr Großschäden verbucht habe, erklärte Schneider. So muss der Rückversicherer fast 50 Mill. Euro für Schäden durch den Zyklon Larry aufbringen, der im März in Nordaustralien schwere Schäden anrichtete. 30 Mill. Euro fielen für den Brand eines Containerschiffs und 20 Mill. Euro für einen Satellitenausfall an.

Trotzdem verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote als Indikator für die Ertragskraft des Rückversicherungsgeschäfts auf 92,2 (Vorjahr 96,5) Prozent. Bei Quoten bis 100 Prozent sind Schäden und Kosten allein durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Die Erstversicherung um die Tochter Ergo verbesserte ihren Gewinn auf 138 (Vorjahr 121) Mill. Euro. Gewinne aus Kapitalanlagen steuerten im Gesamtkonzern mit 2,1 (Vorjahr 2,5) Mrd. Euro einen geringeren Betrag zur Quartalsbilanz bei als im Vorjahr, da die Münchener Rück für den Wertverlust von Derivaten 450 Mill. Euro aufwenden musste.

Vorstandsmitglied Schneider betonte, der Konzern setze weiter auf strikte Ertragsorientierung in seinem Geschäft. Die Beitragseinnahmen lagen im ersten Quartal mit zehn Mrd. Euro geringfügig unter dem Vorjahreswert. Für das gesamte Jahr geht der Konzern von einer leichten Umsatzsteigerung aus.

An der Börse legte die Münchener-Rück-Aktie zu Handelsbeginn zunächst um knapp ein Prozent zu, notierte im Verlauf aber nahezu unverändert bei 115,60 Euro. Analyst Lucio di Geronimo von der HVB sprach von einer fantastischen Quartalsbilanz des Rückversicherers. „Auch qualitativ sind die Ergebnisse sehr gut“, sagte er. Dies könne helfen, dass die Rating-Agentur Standard & Poors die Bonitätsbewertung der Münchener Rück nun doch schneller in den „AA“-Bereich anheben könnte. Dadurch würde die Refinanzierung billiger und in einigen Bereichen das Versicherungsgeschäft erleichtert.

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