Deutsche Rückversicherer planen nach den jüngsten Verwerfungen an den Finanzmärkten und dem Beinahe-Zusammenbruch des US-Versicherungsgiganten American International Group
(AIG)
massive Preiserhöhungen.
Die Figur "Walking Man" des kalifornischen Künstlers Jonathan Borofsky steht vor dem Haupteingang der Münchener-Rück-Zentrale. Der Konzern will höhere Preise durchsetzen. Foto: dpa
HB MÜNCHEN. Es sei jetzt nach einer Phase der fallenden Preise an der Zeit, dass sich der Markt drehe, sagte Sprecher Michael Able am Montag. Auch die Hannover Rück
kündigte Preiserhöhungen an.
Der für das Rückversicherungsgeschäft zuständige Vorstand der Münchener Rück
, Torsten Jeworrek, hatte im Gespräch mit der Zeitung "Financial Times Deutschland (FTD)" Preiserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich angekündigt. Die Hannover Rück
plant dies für die Absicherung von Manager- und Berufshaftpflichtversicherungen und von Industrie-Sachversicherungen. Die Absicherung von Sach- und Haftpflichtversicherungen privater Kunden soll nach Angaben der Hannover Rück
dagegen zunächst nicht teurer werden.
"Ab sofort ist harter Markt, der weiche Markt ist vorbei", sagte Münchener-Rück-Vorstand Jeworrek. Mit hart und weich bezeichnet die Branche Phasen steigender oder sinkender Preise. Das Unternehmen gehört weltweit zu den größten Rückversicherern und ist in Deutschland der zweitgrößte Erstversicherer.
Die Rahmenbedingungen hätten sich durch die jüngsten Ereignisse verändert, so dass jetzt Preiserhöhungen leichter durchzusetzen seien, erklärte Able. Grundsätzlich würden im jetzigen Umfeld Risiken sorgfältiger betrachtet. Zudem würden Rückversicherungen für die Erstversicherer wichtiger, weil durch die Krise deren Finanzdecke dünner geworden sei. "Unsere Produkte haben an Wert gewonnen", betonte Able.

