Von Bomhard bezeichnete die Kapitalausstattung der Münchener Rück als stark. „Einer Überkapitalisierung würden wir durch aktives Kapitalmanagement begegnen“, sagte er. Für die Zukunft schloss er auch einen Aktienrückkauf nicht aus. Für das vergangene Jahr will die Münchener Rück 3,10 Euro Dividende je Aktie bezahlen nach 2,00 Euro im Vorjahr.
Künftig wolle die Münchener Rück eine Zielgröße für eine risikoadjustierte Kapitalrendite (Return on risk-adjusted Capital, Rorac) vorgeben, sagte Controlling-Vorstand Jörg Schneider in München. Damit solle verhindert werden, dass sich die Zielgröße allein wegen der Entwicklungen am Kapitalmarkt verändere – etwa wenn höhere Zinsen zu niedrigeren Kursen von festverzinslichen Wertpapieren führten und dies das Eigenkapital mindere. „Wir sind überzeugt, dass ein Versicherer das Risiko irgendwie in der Hauptkennzahl erfassen muss“, sagte Schneider.
Die risikoadjustierte Kapitalrendite soll im laufenden Jahr 15 Prozent erreichen. Der neue Renditemaßstab setzt einen adjustierten Konzernüberschuss ins Verhältnis zum Risikokapital. Das Risikokapital errechnet sich aus den voraussichtlichen Aufwendungen des Versicherers für den theoretischen Fall, dass sich zwei Mal nacheinander Jahrhundert-Katastrophen ereigneten. Das Risikokapital bezifferte der Konzern auf 17 Mrd. Euro bei einem Eigenkapital von 24,6 Mrd. Euro.
Bislang hatte sich die Münchener Rück eine Zielgröße für die Netto-Eigenkapitalrendite (RoE) vorgegeben, die im vergangenen Jahr 12,3 Prozent betrug nach 9,5 Prozent in 2004.

