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25.07.2008 
Aktie im Fokus

Münchener Rück schockt die Börse

Die Finanzkrise hat die Münchener Rück nun doch mit voller Wucht erfasst. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer senkte überraschend seine Gewinnprognose für 2008. Daraufhin rutschten die Aktien des Dax-Konzerns zweistellig ins Minus.

Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender der Münchener Rück. Foto: apLupe

Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender der Münchener Rück. Foto: ap

MÜNCHEN. Die Münchener Rückversicherung hat im ersten Halbjahr einen drastischen Gewinneinbruch erlitten und ihre Jahresprognosen kräftig nach unten korrigiert. Wegen der stark gesunkenen Aktien- und Wertpapierkurse werde der Jahresgewinn nicht mehr zwischen 3,0 und 3,4 Milliarden, sondern nur noch "deutlich über zwei Milliarden Euro" liegen, teilte die Münchener Rück am Freitag überraschend mit.

Die Aktie der Münchener Rück gab nach Bekanntwerden der Nachricht um zwölf Prozent nach.

Im zweiten Quartal fiel der Überschuss den vorläufigen Zahlen zufolge auf rund 600 Millionen (Vorjahr 1,16 Milliarden) Euro, im ersten Halbjahr waren es rund 1,4 (2,1) Milliarden Euro. „Maßgeblicher Grund hierfür sind die Turbulenzen an den Kapitalmärkten, die im ersten Halbjahr 2008 zu einem spürbaren Rückgang des Kapitalanlageergebnisses geführt haben“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Münchener Rück ist mit Kapitalanlagen von rund 166 Milliarden Euro einer der größten Investoren der Welt. Knapp sieben Prozent liegen in Aktien, die in erster Linie betroffen sind. So hat der deutsche Leitindex Dax von Januar bis Ende Juni knapp ein Viertel an Wert verloren. Im Aktienportfolio der Münchener Rück sei es daher zu erheblichen Abschreibungen gekommen. Geringere Wertkorrekturen musste das Unternehmen bei festverzinslichen Wertpapieren vornehmen, die traditionell den Anlageschwerpunkt bilden.

Weitere Abschreibungen auf Aktien schlossen die Münchner nicht aus. „Dies gilt nicht, wenn es zu der von einigen Marktteilnehmern erwarteten signifikanten Kurserholung kommen sollte.“ Bislang war die Münchener Rück von der US-Hypothekenkrise und ihren heftigen Nachwehen an den Börsen kaum betroffen. Es wurden bis Ende März nur Abschreibungen von 171 Millionen Euro fällig.

Nach Einschätzung von Brian Shea, Analyst bei Merrill Lynch, sind Münchener Rück zwar nach wie vor eine gute defensive Anlage. Eine Kaufempfehlung lasse sich derzeit aber nicht mehr aussprechen.

So sei auch ein umfangreicher Aktienrückkauf der Münchener Rück vorerst kein Thema mehr. Der Experte rechnet damit, dass hinter dem Konzern ein schwieriges zweites Quartal liegt und hat seine Schätzungen entsprechend gekürzt. Er weist aber auch darauf hin, dass Münchener Rück unter den großen Versicherern im bisherigen Jahresverlauf am besten abgeschnitten hätten.

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