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19.07.2005 
Konzernergebnis soll nicht leiden

Münchener Rück stützt US-Tochter mit Milliardensumme

Die Münchener Rück pumpt noch einmal eine Milliardensumme in ihre US-Tochter American Re. Das Geld ist für Rückstellungen gedacht, die durch die Neubewertung von noch nicht abgewickelten Schäden nötig werden. Das Jahresergebnis soll aber nicht darunter leiden.

HB MÜNCHEN. Der weltgrößte Rückversicherer will mit der massiven Kapitalspritze einen Schlussstrich unter die Probleme in den USA ziehen. „Das Fass hat jetzt einen Boden“, sagte Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard am Dienstag in München. „Für mich ist das Thema Nachreservierungen erledigt." Über Jahre hinweg war immer wieder Geld nach Übersee geflossen.

Die Münchener Rück verstärkt die Kapitalreserven ihrer Tochter um 1,3 Milliarden Euro. Da zum großen Teil auf bereits bestehende Rückstellungen für Spätschäden zurückgegriffen werden kann, wird das Ergebnis der Münchener Rück vor Steuern in diesem Jahr aber nur mit knapp 400 Millionen Euro belastet. Bomhard bekräftigte auch wegen eines Sondergewinns aus dem Verkauf von Allianz-Aktien die Gewinnprognose für das laufende Jahr.

Die American Re hatte in den vergangenen Wochen noch nicht abgewickelte Schäden noch einmal genau untersucht. Dabei geht es vor allem um Schäden aus Haftpflicht- und Arbeiterunfallversicherungen sowie um Asbest- und Umweltschäden. Als Konsequenz aus der Untersuchung erhöht die American Re ihre Rückstellungen um 1,6 Milliarden Dollar (gut 1,3 Milliarden Euro).

Schon in den vergangenen Jahren hatte die Münchener Rück immer wieder Kapital nachschießen müssen. Insgesamt waren für Kaufpreis und Kapitalverstärkungen laut Controlling-Vorstand Jörg Schneider bisher 7,3 Milliarden Dollar fällig. Der strategische Sinn des Kaufs gelte aber nach wie vor, sagte Schneider. Schließlich sei der US-Markt der größte Rückversicherungsmarkt der Welt, und das laufende Geschäft der American Re sei erfreulich.

Bomhard betonte, dass die Probleme aus Schäden der vergangenen Jahre resultierten. Dabei seien auch Management-Fehler passiert. Operativ sei das Unternehmen inzwischen gut aufgestellt. „Der Nachlauf aus früheren Jahren hat die Früchte der Arbeit nicht sichtbar gemacht.“ Die American Re gehöre für die Münchener Rück zum Kerngeschäft. Er verbürge sich im Grunde dafür, dass bei der US-Tochter nun keine überraschenden Nachreservierungen mehr anfielen, sagte er.

Im laufenden Jahr rechnet die Münchener Rück weiterhin mit einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent. Laut früheren Angaben erwartet der Konzern einen Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Münchener Rück gut 1,8 Milliarden Euro verdient. Das Jahresziel will der Konzern trotz der Belastungen durch die American Re vor allem erreichen, weil er mit dem Verkauf von Beteiligungen hohe Sondererträge hat. Der Verkauf von Allianz- Aktien, mit dem die Beteiligung an der Allianz kürzlich von 8 auf unter 5 Prozent gedrückt wurde, brachte laut Schneider einen Gewinn von 560 Millionen Euro, der im dritten Quartal verbucht wird.

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