Münchener Sparkasse: Das Geschäft im Griff

Münchener Sparkasse
Das Geschäft im Griff

Harald Strötgen, Chef der Stadtsparkasse München, sieht sich für einen schärferen Wettbewerb gerüstet. Die Zahlen geben ihm auch dank der boomenden Region recht. In der Debatte um Fusionen der Landesbanken rechnet er mit "Lösungen, die heute noch nicht auf dem Markt sind".

MÜNCHEN. Harald Strötgen lacht gerne, er lebt gerne, lässt gerne leben. Und deshalb ist der Chef der Stadtsparkasse München fest entschlossen, sich die gute Laune, die er und seine 2 672 Kollegen sich auch 2007 verdient haben, nicht verderben zu lassen. „Diese dauernden Diskussionen über die Zukunft der Landesbanken absorbieren extrem viel Kraft“, sagt er kritisch zur Fusionsdebatte im Sparkassen-Lager.

Er selbst ist hochzufrieden mit dem abgelaufenen Jahr; das Betriebsergebnis (nach Bewertung) verbesserte sich 2007 um elf Prozent auf 119 Mill. Euro. Auch die Bilanzsumme ist leicht auf 14,9 Mrd. Euro gestiegen. Es liegt natürlich auch an solchen Zahlen, dass Strötgen die Debatte um die Landesbanken wenig stört. „Das berührt unser Image überhaupt nicht“, sagt er dem Handelsblatt.

Welche Folgen die öffentliche Debatte hat, bekam die fünftgrößte deutsche Sparkasse vor wenigen Wochen allerdings selbst zu spüren: Abends hatte sich der bayerische Sparkassenverband prinzipiell noch für die Aufnahme von Gesprächen mit der LBBW in Stuttgart ausgesprochen, wenige Stunden später legte die Landesregierung gleichsam ihr Veto ein. „Langfristig führt kein Weg an einer Konsolidierung vorbei, das Thema wird aber meiner Ansicht nach erst nach der Landtagswahl im Herbst 2008 wieder in Schwung kommen“, sagt Strötgen, dessen Haus nach dem Freistaat zweitgrößter Eigentümer der BayernLB ist.

Bislang hätten die Landesbanken einfach zu wenig Zeit gehabt, ihr Geschäftsmodell nach dem Ende der Gewährträgerhaftung anzupassen, glaubt der Sparkassenchef. Letztlich blieben ihnen dabei nur zwei Chancen: Entweder ihren Apparat drastisch zurückzuführen oder sich neue Geschäftsfelder zu suchen. Letzteres versuche erfolgreich die BayernLB mit ihrer Expansion in Mittel- und Osteuropa. „Es gibt viele Firmen, die die Landesbank als Partner für ihre eigene Expansion nach Osten schätzen“, sagt er.

Wegen der unterschiedlichen Ausrichtungen der Landesbanken erwartet Strötgen im Konsolidierungsprozess auch noch so manche Überraschung. Es könne sein, dass keines der diskutierten Modelle, etwa die große Südlandesbank oder die Fusion der WestLB mit der Helaba, zustande komme. „Viel wahrscheinlicher scheinen mir Lösungen, die heute noch nicht auf dem Markt sind.“

Es gibt wenige Chefs im Sparkassenlager, die sich in der Welt der „roten“ Banken so gut auskennen wie der 61 Jahre alte gebürtige Essener. Strötgen ist Sparkasse durch und durch, in seiner Heimatstadt hat er Bankkaufmann gelernt, sich fortgebildet. 1976 folgte der Wechsel zur hessischen Landesbank.

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