Nach Lustreise-Skandalen: Ergo bleibt Makel in der Munich-Re-Bilanz

Nach Lustreise-Skandalen
Ergo bleibt Makel in der Munich-Re-Bilanz

Munich-Re-Vorstandschef von Bomhard verspricht weiter volle Transparenz bei der Versicherungstochter Ergo. Deren Geschäft läuft deutlich schlechter als in der ersten Jahreshälfte – und bedarf neuer Rückstellungen.

DüsseldorfEs ist ein Minus, dass Munich-Re-Vorstandschef Nikolaus von Bomhard sauer aufstoßen dürfte. Das Lebensversicherungsgeschäft der Tochter Ergo ist im dritten Quartal ins Minus gerutscht, wenn man die für die Branche wichtige Kennzahl des „versicherungstechnischen Ergebnisses“ betrachtet. Minus fünf Millionen stehen dort vermerkt nach einem Plus von 18 Millionen Euro im Vorjahr und ebenfalls positiven Zahlen in der ersten Jahreshälfte. Auch die Rückstellungen für Gerichtsverfahren erhöhte der Konzern.

Ein Grund für das schwache Abschneiden war der teure Vertrieb der Tochter, die in den vergangenen Monaten negative Schlagzeilen wegen anstößiger Belohnungsreisen für ihre Vertreter gemacht hatte. Auf die gezahlten Provisionen musste die Ergo-Mutter zusätzliche Abschreibungen vornehmen vor dem Hintergrund niedriger Zinsen auf den Kapitalmärkten. Der eiserne Besen steht bereits bereit, ein Stellenabbau von mindestens 1350 Positionen steht im Raum. Die Verhandlungen darüber laufen derzeit zwischen Ergo-Chef Torsten Oletzky und den Mitarbeitervertretern.

Die Abfindungszahlungen sollen voraussichtlich bereits im laufenden Quartal die Bücher belasten. Noch in diesem Jahr falle eine Belastung in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags an, sagte Oletzky. Die Munich Re freut sich sonst über ein starkes Jahr. Ab 2015 soll das Ergo-Streich-Programm dann jährliche Einsparungen in Höhe von 160 Millionen Euro einbringen.

Die Probleme bei Ergo rühren vor allem aus dem branchenweit schwachen Lebensversicherungsgeschäft. Von Juli bis September hat Ergo Beiträge in Höhe von 1,68 Milliarden Euro eingenommen, ein Minus von fast zehn Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal 2011. Damit beschleunigte sich der Rückgang der Beitragseinnahmen nochmals und drückte das operative Ergebnis der Sparten im Quartal in die roten Zahlen auf negative 19 Millionen Euro.

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Rückstellungen für Gerichtsverfahren erhöht

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