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23.10.2006 
Sparkassen

Naspa erhält eine Kapitalspritze

Die Nassauische Sparkasse (Naspa) hat nach langen Verhandlungen eine Stärkung der Kapitaldecke erreicht. Die acht Eigentümer – darunter mehrerer Städte und Landkreise – werden der Naspa in den kommenden Jahren über eine stille Einlage insgesamt 300 Mill. Euro zuführen. Als letzter Träger stimmte jetzt die Stadt Frankfurt, auf die anteilig 24 Mill. Euro entfallen, dem Konzept zu, teilte die Naspa mit.

pk FRANKFURT. Angesichts leerer Haushaltskassen hatten die Träger die Einlage seit fast zwei Jahren hinausgezögert. Jetzt hätten die Eigentümer von Deutschlands viertgrößter Sparkasse aber deutlich gemacht, dass sie den Kurs der Eigenständigkeit „nachhaltig unterstützen“, so die Naspa. Die Stadt Frankfurt werde über ihre Stadtwerke die erste Tranche der stillen Einlagen zeichnen, da eine unmittelbare Beteiligung der Eigentümer gemäß Sparkassengesetz nicht möglich sei, hieß es weiter.

Die Naspa galt bisher als chronisch unterkapitalisiert, was sie bei der Kreditvergabe behinderte und der deutschen Finanzaufsicht BaFin missfiel. Setzt man das Kapital und die versteuerten Reserven ins Verhältnis zu den Risiko-Aktiva, erreichte die Naspa bisher nur eine Quote von 2,6 Prozent gegenüber durchschnittlich 6,3 Prozent bei den Großsparkassen. Diese Quote steige durch die Kapitalmaßnahmen schrittweise auf 5,8 Prozent, teilte ein Sprecher der Naspa auf Anfrage mit.

Die Naspa muss sich im Rhein-Main-Gebiet aus historischen Gegebenheiten heraus nicht nur mit privaten Banken, sondern auch mit der Taunus-Sparkasse und der Frankfurter Sparkasse messen. Die Geschäftsgebiete der drei Institute überlappen sich dort, was normalerweise im öffentlich-rechtlichen Lager ausgeschlossen ist. Vor allem die Frankfurter Sparkasse ist aus der Übernahme durch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) gestärkt hervorgegangen. Die stille Einlage war vom früheren Naspa-Chef Jens Fischer auf den Weg gebracht worden. Zum 1. Oktober übernahm Stephan Ziegler den Chefposten bei der Naspa. Ziegler kommt von der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank).

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