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30.04.2007 
Kundenoffensive geplant

Naspa ist offen für Fusionen

Stephan Ziegler, der neue Vorstandsvorsitzende der Nassauischen Sparkasse (Naspa), treibt die Diskussion um die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute im Rhein-Main-Gebiet voran. „Horizontal“ sei bezüglich Kooperationen und Fusionen alles denkbar, sagte er vor Journalisten.

pk WIESBADEN. Auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz sagte Ziegler, man solle mit Blick auf die beiden anderen großen Sparkassen in der Nachbarschaft „nichts ausschließen.“. Es gebe „vielfältige Möglichkeiten“, sagte Ziegler, der seit dem 1. Oktober die viertgrößte Sparkasse in Deutschland führt. Mit Blick auf Megafusionen im europäischen Ausland sei die Entwicklung hin zu größeren Einheiten „unaufhaltsam.“ Letztlich müssten solche Fragen aber die Eigentümer beantworten.

Die Naspa konkurriert in einem Teil ihres Geschäftsgebietes mit der Frankfurter Sparkasse (Fraspa) und der Taunus-Sparkasse. Ein Sprecher der Taunus-Sparkasse sagte, man sei offen für den Ausbau von Kooperationen. Bei der Fraspa hieß es, man arbeite mit der Naspa schon seit Jahren zusammen, etwa im Zahlungsverkehr, wo man eine Kostensenkung von mindestens 30 Prozent realisiert habe. Die Frage weitergehender Kooperationen sei Sache der Eigentümer.

Nach Jahren der Konsolidierung will die Naspa wieder offensiver im Markt für Privat- und Firmenkunden auftreten. Geplant ist die Eröffnung von 17 neuen Stützpunkten für das Geschäft mit vermögenden Kunden. Diese „Private-Banking-Center“ könnten auch in Frankfurt stehen, so Ziegler.

Das Geschäftsjahr 2006 stand bei der Naspa im Zeichen eines deutlich rückläufigen Zinsüberschusses. Diese Belastung konnte nur zum Teil durch das steigende Provisionsergebnis ausgeglichen werden. Außerdem hatte die Sparkasse mit steigenden Personalaufwendungen zu kämpfen. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge sank im Konzern auf knapp 100 Mill. Euro nach 125 Mill. Euro im Geschäftsjahr 2005. Das Verhältnis von Kosten zu Ertrag verschlechterte sich auf 72 (66) Prozent; das heißt, um einen Euro zu verdienen, musste das Institut 72 Cents aufwenden. Durch die letztmalige Nutzung von Verlustvorträgen stieg der Jahresüberschuss um vier Mill. auf 15 Mill Euro; für 2007 stellte das Management ein Gewinnplus in Aussicht.

Der neue Vorstandschef Ziegler kommt von der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) in Stuttgart und gehörte dort seit 1999 dem Vorstand an. In dieser Funktion hatte er die Verantwortung für Firmenkunden und für das internationale Geschäft.

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