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18.07.2008 
Folgen der Finanzkrise

Natixis braucht Kapital

von Holger Alich

Nach Calyon erlebt jetzt eine zweite, von Genossenschaftsbanken dominierte Investmentbank ihr Waterloo: Natixis, Tochter der Groupe Caisse d?epargne und Groupe Banque Populaire will ihr Kapital um 3,7 Mrd. Euro erhöhen, teilte die Bank mit. Ursache sind neue Verluste im Zuge der Finanzkrise, die sich allein im zweiten Quartal auf 1,5 Mrd. Euro belaufen.

PARIS. Nach tagelangen Gerüchten um Probleme bei Natixis reagierte die Börse gestern erleichtert und bescherte der Aktie ein Plus von rund elf Prozent. Beruhigend wurde vor allem aufgenommen, dass die beiden genossenschaftlichen Großaktionäre bereit sind, die Kapitalerhöhung zu 100 Prozent zu garantieren.

Natixis soll nun auf weniger riskante Geschäftsbereiche wie Vermögensverwaltung konzentriert werden, hieß es. "Die Kapitalerhöhung schließt nun einige Hypothesen aus, die jüngst auf der Aktie gelastet haben, wie etwa die Sorge vor einem Zusammenbruch", kommentierten die Analysten des Brokers CM-CIC Securities.

Natixis ist nun bereits die zweite Investmentbank, die von einer genossenschaftlichen Bankengruppe dominiert wird und die mit ihrer Aufholstrategie scheitert. Auch Crédit Agricole hatte versucht, mit der Tochter Calyon im Investment-Banking zu Wettbewerbern wie BNP Paribas oder auch der Deutschen Bank aufzuschließen. Sowohl bei Calyon als auch bei Natixis ist das Ergebnis der Aufholjagd ein milliardenteures Desaster, für das nun die genossenschaftlichen Regionalbanken geradestehen müssen.

Das Spitzeninstitut von Crédit Agricole hatte nach Milliardenverlusten im Investment-Banking dank der Hilfe der Regionalbanken bereits mit Erfolg sein Kapital um 5,9 Mrd. Euro erhöht. Nun muss Natixis seine Großaktionäre Caisse d?epargne und Banque Populaire zu Kasse bitten. Sie hatten 2006 in Natixis ihre Investment-Banking- und Vermögensverwaltungsaktivitäten eingebracht.

Ähnlich wie Calyon wird nun auch Natixis auf weniger riskante Geschäftsbereiche zurückgefahren. Damit geben die Kreditgenossen den Anspruch auf, im Investment-Banking in der ersten Liga mitspielen zu wollen. Die Analysten von CM-CIC Securities werteten die Ankündigung positiv, dass Natixis nun primär eine Art Produktfabrik für die beiden Filialnetze der Großaktionäre werden soll. Denn damit sinkt das Risikoprofil der Bank. Zudem bekräftigte Natixis, im Jahr 2009 die Kosten um 400 Mill. Euro senken zu wollen.

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