Merrill Lynch macht die Kreditkrise weiter zu schaffen: Im zweiten Quartal ist die drittgrößte US-Investmentbank wegen neuer milliardenschwerer Abschreibungen tief ins Minus gerutscht. Der am Donnerstag gemeldete Verlust von 4,9 Milliarden Dollar schickte die Aktie nachbörslich auf Talfahrt.
Büro von Merril Lynch in New York. Die Kreditkrise macht der drittgrößten US-Investmentbank nach wie vor zu schaffen. Foto: dpa
HB NEW YORK. Die von der Finanzmarktkrise hart getroffene US-Bank Merrill Lynch ist im zweiten Quartal erneut tief ins Minus gerutscht. Das Institut meldete am Donnerstag wegen Abschreibungen einen Verlust von 4,89 Mrd. Dollar (3,09 Mrd. Euro).
Im Vorjahreszeitraum hatte Merrill Lynch noch einen Gewinn von 2,07 Mrd. verbucht. Der Verlust je Aktie betrug dabei im abgelaufenen Quartal 4,97 Dollar, nach einem Gewinn von 2,24 Dollar im Jahr zuvor. Die Nettoeinnahmen gingen auf 7,5 Mrd. Dollar zurück. Merrill-Papiere verloren nachbörslich zeitweise bis zu 10 Prozent.
Um an frisches Kapital zu kommen, will Merrill Lynch jetzt nicht nur seinen Anteil am Finanzkonzern Bloomberg für 4,4 Mrd. Dollar verkaufen. Auch über einen Verkauf der Beteiligung an Financial Data Services werde verhandelt, hieß es.
Ohne Restrukturierungskosten verbuchte Merrill einen Verlust in Höhe von 4,42 Dollar je Aktie, während Analysten im Durchschnitt ein Minus von 1,94 Dollar pro Aktie erwartet hatten. Merrill ist eines der am stärksten von der Kreditkrise betroffenen Institute. In den neun Monaten bis März hatte die Bank bereits Abschreibungen in Höhe von mehr als 30 Mrd. Dollar vornehmen müssen.
„Es war ein schwieriges und enttäuschendes Quartal“, sagte Vorstandschef John Thain in einer Telefonkonferenz.

