1 Bewertung ****
16.07.2008 
Aktie zeitweise auf Fünf-Jahres-Tief

Neue Sorgen belasten Swiss Re

Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re war Anfang Juli mit fast zehn Mrd. Dollar in Anleihen der beiden größten US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac investiert.

rtr ZÜRICH. Die Neuigkeiten fachten am Mittwoch die Sorgen über die Verwundbarkeit der Gesellschaft durch die US-Kreditkrise neu an und ließen die Aktien zeitweise über neun Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren abstürzen.

US-Regierung und Notenbank hatten am Wochenende für die beiden größten Hypothekenfinanzierer des Landes ein Nothilfe-Paket geschnürt. Es sieht im Kern neben einer Ausweitung des Kreditrahmens im Krisenfall auch die Übernahme von Anteilen durch den Staat bei den beiden Unternehmen vor, die den Hypothekenmarkt in den USA derzeit fast allein am Laufen halten.

Swiss Re gehört zu den von der Kreditkrise am stärksten betroffenen Versicherungskonzernen. Das Unternehmen musste bisher gut zwei Mrd. Franken für strukturierte Credit Default Swaps abschreiben und hat jüngst die Schätzung für weitere Abschreibungen im zweiten Quartal auf 350 Mill. Franken erhöht. Die Aktien von Swiss Re fielen vorübergehend bis auf 56,50 Franken - den tiefsten Stand seit März 2003. Am Nachmittag notierten sie mit 58,15 Franken noch 6,5 Prozent tiefer und waren damit der mit Abstand größte Verlierer unter den Schweizer Bluechips und deutlich schwächer als der europäische Versicherungssektor. Seit der unerwarteten Bekanntgabe der ersten CDS-Abschreibung im November haben die Titel 40 Prozent an Wert verloren.

Analysten sprachen von einer Überreaktion und verwiesen auf die faktische Staatsgarantie für die Schuldverschreibungen von Fannie Mae und Freddie Mac.

"Wenn dass jetzt die Reaktion ist auf die Bekanntgabe des Exposures bei Freddie Mac und Fannie Mae, dann ist das sehr übertrieben", sagte Roger Degen, Analyst bei Julius Bär. "Wir sprechen ja nicht von den Aktien von Freddie Mac und Fannie Mae sondern von den Bonds."

Rene Locher von Sal. Oppenheim verwies darauf, dass zwar die Anleihen von der Regierung garantiert seien, ein allfälliger Wertverlust allerdings zu Abschreibungen führen könnte.

Das Engagement in Anleihen von Fannie Mae belief sich nach Angaben von Swiss Re auf rund 4,4 Mrd. Dollar und bei Freddie Mac auf etwa 5,2 Mrd. Dollar. Die Aktien-Beteiligung an von der US-Regierung geförderten Agenturen bezeichnete Swiss Re als unbedeutend ("de minimus"). Dresdner Kleinwort und Landsbanki Kepler hatten zuvor ihre Empfehlungen für Swiss Re zurückgenommen. Dresdner senkte das Kursziel auf 70 von 118 Franken und stufte den Titel auf "Hold" von "Buy" zurück. Landsbanki reduzierte das Kursziel um zehn Prozent auf 83 Franken, bestätigte aber das Rating "Buy".

Swiss Re will den Halbjahresabschluss am 5. August veröffentlichen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

In Spanien beginnt das große Maklersterben  Artikel in Merkliste

02.09.2008

Die Nachfrage nach Wohnraum stagniert, das Überangebot drückt auf die Preise: Rund 500 000 Wohnungen sollen in Spanien leerstehen. Der Einbruch der Wohnungsverkäufe führt zu Massenschließungen bei den Vermittlern – Internationale Häuser verlassen das Land. Artikel


Anzeige