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08.04.2008 
Interview

Neuer Post-Chef bremst Postbank-Verkauf

Der neue Post-Chef Frank Appel tritt beim Verkauf der heiß begehrten Tochter Postbank auf die Bremse. Erstmals deutete er jetzt in einem Interview an, das Institut in diesem Jahr angesichts der Finanzkrise möglicherweise nicht mehr zu veräußern. Die Reaktion an der Börse folgte prompt.

HB BERLIN. Appels Äußerungen gegenüber der der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" dämpften an den Märkten Übernahmefantasien, die die Postbank -Aktie seit Jahresbeginn kräftig nach oben katapultiert haben. Am Dienstag verloren die Titel rund fünf Prozent.

"Es stimmt: wir brauchen Klarheit. Aber Klarheit kann auch bedeuten, auf absehbare Zeit nicht zu verkaufen", sagte der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post in dem Interview. Für einen Verkauf gebe es offenkundig bessere Zeiten als eine Finanzkrise, die praktisch alle potenziellen Interessenten in Mitleidenschaft gezogen habe. "Es gibt keinen Grund, sie in Hast und Eile oder gar unter Wert zu verkaufen", betonte Appel. Noch gebe es keine Entscheidungen zur Zukunft von Deutschlands größter Filialbank. Man befinde sich in der "Beratungsphase".

Appel bremst damit eines der zentralen Projekte seines Vorgängers Klaus Zumwinkel aus, der zu Jahresbeginn wegen eines Steuerhinterziehungs-Skandals als Post-Chef zurücktreten musste. Zumwinkel hatte nach monatelangen Spekulationen einen Verkauf der Postbank für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Er stand dabei nach früheren Angaben aus seinem Umfeld bereits im Kontakt mit der Bundesregierung, dem größten Einzelaktionär der Post.

"Zumwinkel wollte sich in seinem letzten Jahr mit dem Verkauf der Bank einen guten Abgang verschaffen", sagte Dieter Hein, Bankenexperte vom Analystenhaus Fairesearch. Diesen Druck habe Appel nicht. Im Gegenteil: "Appel dürfte null Interesse daran haben, sich im ersten Jahr mit einem außerordentlichen Ertrag den Gewinn-Vergleich im Folgejahr zu verderben", betonte Hein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verschiebung brächte Risiken mit sich

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