Die drittgrößte Bank der Welt HSBC vermeidet Skandale und wickelt ihre Geschäfte lieber ruhig und überlegt ab. Doch derzeit vollzieht sich ein Strategiewechsel.
Chef-Wechsel: Auch wenn die Bank bereits vor einigen Zeit die Pläne für die nächsten Jahre festgelegt hat, steht ab Mitte des Jahres mit Stephen Green ein neuer Mann an der Spitze. Dieser gilt als weniger öffentlichkeitswirksam als Sir Bond, den die Aktionäre sehr schätzen. Sollte in diesem Jahr eine Krise ausbrechen, muss Green seine Autorität unter Beweis stellen.
Privatkunden: Zentralbanker haben zuletzt wiederholt vor dem Risiko einer Verschuldungskrise der Verbraucher in Nordamerika und Großbritannien gewarnt. HSBC hat in beiden Regionen gut 300 Mrd. Dollar an Krediten an Private vergeben. Zwar floss das meiste Geld in Hypothekenkredite und ist somit über Häuser abgesichert. Gerade in den USA bedient HSBC mit seiner Tochter Household jedoch viele Kunden am unteren Ende der Einkommensskala. Sollten die Insolvenzen dramatisch zunehmen, wäre die Bank stärker betroffen als andere.
Investment-Banking: Noch ist nicht gesagt, wie das Abenteuer für HSBC in der Königsklasse der Banken ausgeht. In diesem Jahr muss sich jedoch zeigen, ob das Institut die Früchte seiner jahrelangen Investitionen ernten kann – oder ob es zum wiederholten Mal mit dem Versuch scheitert, Goldman Sachs & Co. zumindest regional Konkurrenz zu machen.
Schwellenländer: Brechen Krisen – finanziell oder durch eine Grippe-Epidemie – in Ländern des asiatisch-pazifischen Raumes aus, ist die Bank stark betroffen. Sie erwirtschaftet gut ein Drittel ihres Gewinns in dieser Region.

