Niedergang der Westfalenbank: Beerdigung auf Raten

Niedergang der Westfalenbank
Beerdigung auf Raten

Die Bayern glauben anfangs, sich eine Perle an der Ruhr zugelegt zu haben. Doch die Westfalenbank entpuppt sich als Problemtochter. Dies liegt an der engen Verflechtung der Bank mit der Großindustrie an Rhein und Ruhr. Immerhin sind damals fast 80 der 100 größten Unternehmen der Region ihre Kunden. Für zwölf Gesellschaften fungiert die Westfalenbank als Hausbank. Von den größten 100 deutschen Industrieunternehmen zählten 58 zu den Kunden der Bank - eine stolze Bilanz für eine kleine fast filiallose Bank.

Doch längst schwächelt die Ruhrindustrie. Ein Großkunde wie Küppersbusch geht an die AEG. Wenig später muss Westfalen-Bank-Chef Hans-Herbert Weber die Poensgen-Bank schließen, eine Düsseldorfer Tochter, die in einen Rentenhandel-Skandal verwickelt ist. Pleiten wie die des Schreibgeräteherstellers Pelikan zehren an der Substanz der Bochumer Bank.

Deshalb ist die Hypo-Vereinsbank sehr erleichtert, als sie im Jahr 2002 einen Käufer für die Tochter findet. Den Zuschlag erhält die Düsseldorfer Falke-Bank AG. „Die Westfalenbank stand zum Zeitpunkt der Übernahme nicht mehr gut da, der einzige Gewinner des Geschäfts war die HVB“, erinnert sich ein ehemaliger leitender Mitarbeiter der Falke-Bank. Die Westfalenbank betreut damals mit 300 Mitarbeitern 4 000 Privat- und Firmenkunden, die von Dieter Falke neu gegründete Falke-Bank kommt gerade auf 60 Mitarbeiter.

Was kein Mitarbeiter der Westfalenbank damals ahnt – Falke, hoffnungsvoll in den 90er-Jahren als Investmentbank für Mittelständler gegründet, steckt selbst schon in existentiellen Schwierigkeiten. Die Übernahme treibt den Ex-WestLB-Vorstand Falke endgültig in die Schuldenfalle. Die Bank schlittert in eine Krise, ein Verkauf scheitert. Doch eine Pleite will der Verband der privaten Banken unbedingt verhindern. Vielmehr soll das Institut still beerdigt werden. Ein Bestandteil des Deals: Die Hypo-Vereinsbank kauft die Westfalenbank zurück.

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