Niedergang der Westfalenbank: Beerdigung auf Raten

Niedergang der Westfalenbank
Beerdigung auf Raten

Schon bald suchen die Münchener erneut einen Käufer, vergeblich, weil die Preisvorstellungen hoch sind. Kurz flammt bei den Bochumern die Hoffnung auf, ein Comeback als Abwicklungsinstitut für faule Immobilienkredite zu erleben. Doch schon damals leidet das Geschäft unter der ungewissen Zukunft. Es sei sehr schwer, unter diesen Voraussetzungen Geschäfte zu machen, sagt Vorstand Heinz Hockmann im Sommer 2005.

Dabei verdient die Bank endlich wieder ein wenig Geld. Doch als Fortis das Asset Management der Westfalenbank kauft, nutzt Hockmann die Chance und wechselt mit einigen Mitarbeitern zu dem belgisch-niederländischen Finanzkonzern. Kurz zuvor hatte schon sein einziger Vorstandskollege Johannes Riegel das sinkende Schiff verlassen. Er geht zur NordLB. Wenig später kauft die Münchener Privatbank Merck Finck dann das Geschäft mit vermögenden Privatkunden. Für das Firmenkundenportfolio interessiert sich nun unter anderem die WGZ-Bank.

„Das Schicksal der Westfalenbank ist bedauerlich“, sagt Volker Goldmann. Für den Chef der Sparkasse Bochum ist dies ein typischer Fall, wenn die Geschicke einer Bank nicht mehr vor Ort gelenkt werden. Sicher, die Westfalenbank war zuletzt nur noch eine kleine Bank, doch für den Heimatmarkt blieb sie wichtig.

Widerstand
Viele Großbanken wehren sich 1921 gegen die Gründung einer neuen Revierbank. Sie fürchten, dass auch andere Industrieunternehmen auf die Idee kommen könnten, eigene Banken zu gründen. Druck macht auch die Deutsche Bank. Deshalb verabschiedet sich der Maschinenbauer Henschel aus dem Gründerclub der Westfalenbank.

Pate
Doch Gustav Pilster, führender Kopf im Vorstand der Commerz- und Privatbank, unterstützt das Vorhaben. Er bietet den Gründern den Firmenmantel der Harzer Bank in Osterode an. Die Bank war 1903 gegründet worden. Die Commerz- und Privatbank hatte das gesamte Aktienkapital übernommen und aus den Niederlassungen eigene Filialen gemacht.

Abwickler
Zu Beginn der 70er-Jahre verliert die Westfalenbank ihre Unabhängigkeit. Heute entscheidet die Hypo-Vereinsbank, die inzwischen selbst ihre Eigenständigkeit eingebüßt hat, über das Schicksal des Instituts.

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