Fehlkäufe der Norddeutschen Landesbank bringen den ostwestfälischen Handyausrüster Balda in größte Bedrängnis. Händler sprachen von einem ungeheuren Verkaufsdruck bei Balda. Die schon zuvor massiv belastete Aktie ging auf Talfahrt.
DÜSSELDORF. Weil die NordLB in den vergangenen Monaten für einen Kunden ein Aktienpaket von 15,5 Prozent zusammengekauft hat, ist sie aktuell zum größten Einzelaktionär von Balda
geworden. Nach Darstellung der NordLB nimmt der Kunde diese Aktien, die im Wert stark gefallen sind, aber nicht ab. Die Bank hat den zuständigen Händler bereits fristlos entlassen - scheint jedoch keine Möglichkeit zu haben, den Kunden zum Einlenken zu bewegen.
Für Balda
bedeutet der unfreiwillige Großaktionär NordLB eine massive Belastung. Die Bank hält 8,4 Millionen Balda
-Aktien, die sie am liebsten sofort abgeben würde. Der Kurs von Balda,
der seit Jahresbeginn schon um 70 Prozent gefallen ist, brach gestern erneut um 28,8 Prozent auf 2,15 Euro ein. Das Aktienpaket, für das die NordLB insgesamt rund 60 Mill. Euro bezahlt hat, ist nur noch 20 Mill. Euro wert. Das Bankhaus Lampe senkte sein Kursziel für Balda
von vier auf einen Euro.
Neben Balda
sind auch der Altersheimbetreiber Curanum
und der Netzwerkanbieter Euromicron
von den sonderbaren Käufen der NordLB betroffen. Curanum
gehört der Bank nun zu 13,1 Prozent, an Euromicron
hält sie 20,2 Prozent. Auch diese beiden Aktienpakete sind seit dem Kauf durch die NordLB im Wert stark gefallen, und auch sie wollte die NordLB an einen Kunden weiterreichen, der sie nun nicht haben will.
Nach Informationen aus Bankenkreisen handelt es sich bei dem Kunden um die Vatas Holding in Berlin, hinter der der südafrikanische Milliardär Robert Hersov steht. Der Geschäftsführer von Vatas ist Lars Windhorst - eine der schillerndsten Figuren in der deutschen Investmentszene. Windhorst galt in den 90er-Jahren als Wunderkind der deutschen Wirtschaft und reiste sogar in Delegationen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl durch die Welt. Inzwischen hat Windhorst mehrere Insolvenzen hinter sich, genießt bei einigen Investmentbankern aber noch immer einen exzellenten Ruf.
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