dpa-afx HANNOVER. Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) will mit der geplanten Übernahme der Deutschen Hypothekenbank für rund eine halbe Milliarde Euro ihre Ertragskraft deutlich stärken. Vorstandschef Hannes Rehm sprach am Montag in Hannover von einem "Wachstumssprung". Das Geschäft mit gewerblichen Immobilien werde massiv ausgebaut. Sowohl NordLB als auch Deutsche Hypo
erwarteten, dass sich dieser Markt in den kommenden Jahren weiter positiv entwickeln und langfristig gute Ertragsmöglichkeiten bieten werde.
Wie bereits am Sonntag mitgeteilt wurde, will die Nord/LB den Hypo-Aktionären ein Übernahmeangebot zum Preis von 36,09 Euro je Aktie unterbreiten, was einem Kaufpreis von 485 Mill. Euro entspricht. Der Kauf soll im Januar abgeschlossen sein.
Rehm sagte, die Deutsche Hypo
passe hervorragend zur NordLB, im Geschäftsfeld gewerbliche Immobilien gebe es so gut wie keine Überschneidungen. Neben der geplanten Übernahme der Hypo sei die Nord/LB weiter offen und interessiert für Zukäufe, vor allem im Privatkundengeschäft in Nordosteuropa.
Der Vorstand der Deutschen Hypo begrüßte das Übernahmeangebot der Landesbank. Die NordLB sei ein "idealer Investor und Partner", hieß es. Das Geschäftsmodell der Deutschen Hypo solle weitergeführt und mit dem gewerblichen Immobiliengeschäft der Nord/LB in einer "Wachstumsplattform" zusammengefasst werden. Kern der Deutschen Hypo ist die Finanzierung gewerblicher Immobilien im In- und Ausland.
Von der Krise im US-Immobilienmarkt, die vor allem den privaten Wohnungsmarkt betrifft, sieht sich die Hypo daher nur marginal betroffen. An der Börse stieg die Hypo-Aktie am Montag um fast 17 Prozent auf mehr als 36 Euro. Die NordLB erwartet, durch die Expansion des Geschäftsbereichs gewerbliche Immobilien in den kommenden Jahren neue Stellen zu schaffen. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei deshalb nicht vorgesehen. In den vergangen Jahren hatte die NordLB rund 1 000 Stellen gestrichen.
Der NordLB-Aufsichtsratschef, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), sagte, die geplante Übernahme zeige, dass die Landesbank ihr Geschäftsmodell konsequent weiterentwickle. Die NordLB schaue auf den Markt und nicht auf andere Landesbanken. Die NordLB sei kein Übernahmekandidat und strebe nicht an, andere Landesbanken zu übernehmen, sagte Möllring mit Blick auf die Diskussion über die Konsolidierung der Landesbanken in Deutschland.

