Die Subprime-Krise konnte der Norddeutschen Landesbank nicht viel anhaben: Die NordLB blickt trotz der Turbulenen an den internationalen Kapitalmärkten auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Vor allem die Zins- und Provisionserträge hätten deutlich gesteigert werden können, hieß es.
HB HANNOVER. Das Betriebsergebnis des Konzerns stieg nach Risikovorsorge und Bewertung 2007 um gut vier Prozent auf 632,9 Mill. Euro, berichtete NordLB-Chef Hannes Rehm am Montagabend in Hannover. Zur Frage eines Zusammenschlusses mit anderen Landesbanken sagte Rehm, er sehe dazu keine Veranlassung. „Größe ist nicht immer gleich Stärke. Der Fitteste wird überleben – nicht unbedingt der Fetteste“.
„Unser Geschäftsmodell hat seinen ersten großen Härtetest bestanden“, betonte Rehm. Auch für das kommende Jahr sehe er gute Perspektiven. Die Nord/LB werde weiterhin offensiv Neugeschäfte akquirieren und sich dabei besonders auf Wachstumsbranchen konzentrieren – etwa Schiffs- und Flugzeugfinanzierung, Energie, Logistik oder Immobilien Banking. Das in der Wirtschaft in Euroland erwartete Wachstum von 1,8 Prozent biete dafür gute Voraussetzungen.
Für das kommende Geschäftsjahr erwarte die Nord/LB ein zweistelliges Wachstum bei den operativen Erträgen, sagte Rehm. Allerdings werde das erste Halbjahr weiter durch eine schwierige Lage am Finanzmarkt geprägt sein. „Die Krise ist noch nicht ausgestanden“, sagte Rehm. Die Nord/LB habe deren Auswirkungen aber dank steigender Erträge, einer optimierten Risikosteuerung und auch wegen der Vielfalt der Ertragsquellen gut abfedern können.
Als einen wichtigen Wachstumsmotor sieht Rehm die Übernahme der Deutschen Hypothekenbank, die das Bundeskartellamt vor wenigen Tagen gebilligt hatte. Die Deutsche Hypo sei ein profitabler, gut geführter Immobilienfinanzierer – die Übernahme bedeute für die Nord/LB einen Wachstumssprung in einem hoch attraktiven Markt. Auf Wachstum setze die Nord/LB ferner auch in Nordosteuropa, wo das Geschäft weiter ausgebaut werden soll.
Der offensive Kurs schlage sich in den vorläufigen Geschäftszahlen nieder, sagte Rehm. Der Zinsüberschuss legt danach um gut sieben Prozent auf 1,4 Mrd. Euro zu, der Provisionsüberschuss stieg um 11,4 Prozent auf 188 Mill. Euro. Die Finanzkrise schlug voraussichtlich mit rund 165 Mill. Euro zu Buche, was angesichts des Ausmaßes der Verwerfungen an den Kapitalmärkten eine überschaubare Größenordnung sei, sagte Rehm. Die Bilanzsumme des Konzerns stieg zum 30.September um 6,9 Prozent auf 217,2 Mrd. Euro.

