„Caruana und Draghi“, sagt ein Notenbanker, „haben drei Qualifikationen, die für einen Generaldirektor der zunehmend global ausgerichteten BIZ vorteilhaft sind: Verwurzelung im Apparat des Internationalen Währungsfonds (IWF), langjährige gute Beziehungen zu den USA sowie administrative Erfahrungen als Notenbankgouverneure.“
Würde Caruana eine Baseler Offerte akzeptieren, ist noch nicht sicher, ob ihm die sieben führenden Industrieländer (G7) auch den Vorsitz des mit der BIZ verbundenen globalen Aufsehergremiums „Financial Stability Forums“ (FSF) anbieten werden. „Das hängt davon ab, ob Draghi, der diese Aufgabe gut macht, sie aufgeben möchte“, heißt es von deutscher Seite.
Ebenfalls gehandelt wird Knights Stellvertreter, der aus der Banque de France stammende Herve Hannoun. Auf der Liste eines BIZ-Insiders steht ferner Philipp Hildebrand, Vizepräsident der Schweizer Nationalbank, der als früherer Investmentbanker über gute Beziehungen zur Bankenwelt verfügt. Als Kandidat für den Posten eines „BIZ-Generals“ taucht aber auch ein deutscher Name auf: Hermann Remsperger, Vorstandsmitglied der Bundesbank. „Unter dem Aspekt, dass mal wieder ein Deutscher diesen Posten einnehmen sollte“, heißt es, „wäre Remsperger ein Kandidat, den Deutschland präsentieren könnte.“
Wer auch immer kommt – er wird als Erstes den bislang tadellosen Ruf der BIZ wieder aufpolieren müssen. „Die BIZ war bisher das Heiligtum der Zentralbankwelt“, erklärt Sigurt Vitols, Governance-Experte des Berliner Wissenschaftszentrums. „Sie ist eine streng nach außen abgeschirmte Institution, unter deren Dach Notenbanker aus allen Teilen der Welt streng vertrauliche geld- und zinspolitische Entscheidungen erörtern.“ Und sie diene als Sammelstelle für eine Vielzahl interner Daten über Tausende einzelner Finanzinstitute. Sie würden der BIZ von nationalen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden streng vertraulich zugeleitet. Diese Tradition sollte die BIZ schützen. mak/egl

