NRW-Finanzminister sitzt für das Land im Aufsichtsrat der WestLB. Im Interview sprach er über die Konsolidierung der Branche, Reformen im öffentlichen Bankensektor und was sich bei der WestLB ändern muss.
NRW-Finanzminister: „Wir brauchen radikale Straffung der Landesbanken“
NRW-Finanzminister Helmut Linssen: Die Reform der WestLB wird zur Blaupase für die anderen Landesbanken. Quelle: dpa
Herr Minister Linssen, die Finanzkrise beschäftigt uns bald seit drei Jahren. Wo sehen Sie noch den größten Reformbedarf im öffentlich-rechtlichen Bankensektor?
Die Hauptaufgabe ist sicherlich die Fokussierung auf das eigentliche Kundengeschäft. Bis 2005, als die Gewährträgerhaftung entfiel, haben sich viele Banken zu viel Liquidität beschafft. Das Geld haben sie in Geschäftsfelder gesteckt, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Das hat seine negativen Wirkungen gehabt.
Muss sich sonst noch etwas ändern?
In einigen öffentlichen Banken muss auch die Besetzung der Aufsichtsräte überprüft werden.
Was schlagen Sie vor?
Ich glaube, dass gerade in den öffentlich-rechtlichen Banken mehr Sachverstand von außen nötig ist. Auch wenn der nicht immer eine Garantie für solide Bilanzen ist, wie der Fall IKB
gezeigt hat.
Gilt das auch für die WestLB?
Nein, bei der Trennung in eine Aktiengesellschaft und die öffentlich-rechtliche Förderbank NRW-Bank hat der damalige Finanzminister Peer Steinbrück dafür gesorgt, dass genügend Sachverstand von außen im Eigentümerkreis der AG vertreten ist.
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