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15.10.2008 
Finanzkrise

NRW-Minister: LBBW erster Kandidat für Rettungsgeld

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Finanzministers Helmut Linssen wohl das milliardenschwere Hilfspaket für die Finanzbranche in Anspruch nehmen. Die Landesbank dementierte zwar: Man sehe dazu keinen Anlass. Dabei sind sich Experten einig: Die Landesbanken dürften viel eher zugreifen als die Privatbanken.

Die LBBW soll sich als erste Bank für die Staatshilfe interessieren. Foto: apLupe

Die LBBW soll sich als erste Bank für die Staatshilfe interessieren. Foto: ap

HB DÜSSELDORF. „Die LBBW möchte offensichtlich als erste in den Fonds kommen“, ließ Helmut Linssen (CDU) im Düsseldorfer Landtag die Bombe platzen. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die WestLB seien dagegen wegen der bereits zu Jahresanfang beschlossenen Milliarden-Garantien der Eigner nicht so gravierend, betonte der CDU-Politiker.

Nordrhein-Westfalen ist maßgeblich an der WestLB beteiligt, die wegen Fehlspekulationen - wie die BayernLB - bereits mit staatlichen Garantien arbeitet. Wegen dieser milliardenschweren Zusagen seien die aktuellen Auswirkungen der Finanzkrise auf die WestLB auch nicht so gravierend. Die LBBW war im vergangenen Jahr der früheren SachsenLB beigesprungen und bewahrte diese vor der Pleite. Seitdem fahren die Stuttgarter Verluste ein.

Was deutsche Banken vom Rettungspaket halten

Die Landesregierungen in Düsseldorf und Stuttgart verbindet seit langem eine ausgeprägte Aversion. An dieser Rivalität war im vergangenen Jahr auch eine Fusion von WestLB und LBBW gescheitert.

Die Stuttgarter LBBW, das kapitalkräftigste Institut in öffentlicher Regie, ging auf die Barrikaden. „Die LBBW steht in puncto Liquidität und Eigenkapital im Branchenvergleich sehr gut da und sieht keinen Bedarf, das Paket der Bundesregierung in Anspruch zu nehmen“, erklärte LBBW-Chef Siegfried Jaschinski. „Da scheint Minister Linssen falschen Informationen aufgesessen zu sein.“ Es gebe „keine konkreten Absichten“ seines Instituts zur Inanspruchnahme staatlicher Garantien oder Finanzspritzen. Ein LBBW-Sprecher fügte hinzu, er könne Linssens Aussagen „nicht nachvollziehen“.

Die größte deutsche Landesbank prüfe derzeit noch, ob sie das Paket später in Anspruch nehmen will. Wann die Entscheidung fallen soll, ist noch unklar. Wegen der Zuspitzung der Finanzkrise hatte die Bank ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr zurückgezogen und noch keinen neuen Zielwert für 2008 genannt. Im ersten Halbjahr schrieb die LBBW rote Zahlen, der Konzernverlust belief sich auf 144 Mio. Euro.

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