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25.06.2008 
Börsenexpansion

Nyse drängt nach Katar

von Rolf Benders

Die Börsen am persischen Golf arbeiten immer enger mit westlichen Börsen zusammen. Nun hat auch die transatlantische Nyse-Euronext eine Beteiligung an der Börse Katar erworben. Die neuen Kooperationen sollen die Wüstenländer unabhängiger vom Ölexport machen.

Der Wüstenstaat Katar möchte unabhängiger vom Öl werden. Foto: dpaLupe

Der Wüstenstaat Katar möchte unabhängiger vom Öl werden. Foto: dpa

FRANKFURT. Am persischen Golf formieren sich die Börsen mit Hilfe europäischer Partner, um vom Petrodollar-Reichtum der Region zu profitieren. Als einer der letzten bedeutenden Handelsplätze hat sich nun Katar die Unterstützung einer westlichen Börse gesichert. Der transatlantische Handelsplatzbetreiber Nyse-Euronext hat gestern für 250 Mill. Dollar 25 Prozent am Doha Securities Market vom Eigentümer, dem Emirat Katar, erworben. Gemeinsam wollen die Partner den Handelsplatz Doha voranbringen.

Die Emirate am Golf versuchen, sich mit Blick auf eine Ende der Ölreserven in einigen Jahrzehnten unabhängiger von der Förderung des schwarzen Goldes zu machen. Ein Konzept dabei: die Verwaltung der Petrodollarmilliarden vor Ort zu organisieren und nicht mehr Finanzplätzen wie der Schweiz oder Singapur zu überlassen. Um dies zu erreichen, geht man unter anderem Partnerschaften mit westlichen Börsen ein. So sind die Börsen Nasdaq-OMX und der Londoner Konkurrent LSE durch Kapitalverflechtung mit der Börse Dubai verbunden. Katar versucht, nun mit dem Bündnis mit dem Konkurrenten Dubai Schritt zu halten. Beide eifern Bahrein nach, dem traditionellen Finanzzentrum der Region.

Nyse-Euronext, die 2006 durch Fusion der Vierländerbörse Euronext mit der New Yorker Börse entstand, will Doha nach eigenen Angaben beim Aufbau eines Aktien- und Derivatehandelssystem helfen. „Das legt die Basis dafür, dass wir in Doha ein Finanzzentrum auf Weltklasseniveau aufbauen“, erklärte der Ministerpräsident von Katar, Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor Al-Thani gestern. Für Nyse-Euronext bedeutet die strategische Partnerschaft einen Ausbau ihres Netzwerkes mit Beteiligungen in Indien und Brasilien. Zudem entwickelt der Konzern am Golf ein Handelssystem für die Börse von Abu Dhabi.

Die Deutsche Börse versucht bislang durch einen Zugangsknoten für ihre Handelssystem Teilnehmer aus der Region anzubinden. Bislang aber mit mäßigem Erfolg. Dafür haben sich einige kleinere Broker aus Frankfurt auf den Weg in die Golfregion gefunden. So haben mit Baader und der ICF zwei deutsche Broker dort Gemeinschaftsunternehmen gegründet.

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