2 Bewertungen ***
16.07.2008 
Kreditvergabe

Ökologie prägt Projektfinanzierung

von Susanne Bergius

Bei der Kreditvergabe an Entwicklungs- und Schwellenländer achten die Banken zunehmend auf Umwelt- und Sozialstandards. Doch die Kritiker bleiben skeptisch.

Eine Mine in Sierra Leone: Künftig wollen die Banken mehr auf Ökologie und Sozialverträglichkeit achten. Foto: ReutersLupe

Eine Mine in Sierra Leone: Künftig wollen die Banken mehr auf Ökologie und Sozialverträglichkeit achten. Foto: Reuters

BERLIN. Bei der Finanzierung internationaler Großprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern haben sich Umwelt- und Sozialstandards weitgehend durchgesetzt. Bereits 2007 basierten 53 Mrd. der 75 Mrd. Dollar, die diese Länder laut Fachmagazin "Infrastructure Journal" offiziell als Kredite erhielten, auf Kriterien der sogenannten Equator Principles (EP). Auf diese Standards hatten sich 2003 eine Reihe von Banken unter Mitwirkung der Weltbank-Tochter IFC verständigt.

"Mittlerweile finden in den Emerging Markets sogar 85 Prozent der länderübergreifenden Projektfinanzierungen unter Anwendung der EP statt", berichtet Karen Wendt, Reputationsrisikomanagerin der Hypo-Vereinsbank (HVB). Kein Wunder, denn den Standards schließen sich immer mehr Banken an.

Die HVB und die WestLB gehören zu den Erstunterzeichnern der Prinzipien (Kasten). Die Banken verpflichteten sich, bei der Finanzierung von Goldminen, Staudämmen und anderen Projekten nachteilige ökologische und soziale Folgen möglichst zu vermeiden. Daraus entstand weltweit ein Trend. Inzwischen machen 60 Projektfinanzierer mit, darunter die Dresdner Bank. Anfangs galten die Prinzipien nur für Projekte ab 50 Mill. Dollar, seit zwei Jahren greifen sie ab zehn Mill. Dollar.

Die Equator Principles gelten als international akzeptierter Standard. "Da aktuell immer mehr Banken bei Projektentwicklungen beraten, steigt ihr Einfluss auf Kunden und Vertragsgestaltung", sagt Wendt. Ohne die Berücksichtigung der Prinzipien seien kaum noch Banken für ein Finanzierungskonsortium zu finden, berichtet Foster Deibert, der für das Thema Nachhaltigkeit im Vorstandsstab der WestLB verantwortlich ist.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Auto-Technik: Das kleine Klima-ABC

    Auto-Technik: Das kleine Klima-ABC

    Autohersteller nehmen zurzeit gerne das Siegel "umweltfreundlich" für sich in Anspruch, denn die Industrie durchläuft eine dramatische Veränderung. Aber wer blickt noch durch bei Bi-Fuel, Diesotto, Flexifuel, Two-Mode-Hybrid, Econetic, Efficient Dynamics und Mild-Hybri...Bildergalerie 

  • Außenposten im All

    Außenposten im All

    Jubiläumsstimmung auf der Internationalen Raumstation ISS: Vor zehn Jahren startete das erste Bauteil der Station ins All. Doch die ISS ist nicht der erste Außenposten der Menschheit im Weltraum, die Geschichte bemannter Raumstationen reicht fast vier Jahrzehnte zurück...Bildergalerie 

  • Einer von Wenigen

    Einer von Wenigen

    Autos werden in Fabriken gebaut, laufen von Fließbändern und kommen dann in großen Mengen zu den Händlern. Meistens jedenfalls. Es geht aber auch ganz anders: Mancher Liebhaber verweigert sich solcher Einheitskost und investiert stattdessen reichlich Geld, um ein edles...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterHandelsblatt Quiz

Wasserquiz : 20 000 Liter Wasser für ein Kilo Kaffee

Los geht's!Wasser wird oft im Verborgenen verschwendet. Sicher drehen Sie den Hahn zu, wenn Sie sich die Zähne putzen und auch wenn Sie sich unter der Dusche ei...
Testen Sie Ihr Wissen rund um das knappe Nass in unserem Quiz.