Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) strebt an, die Eigenkapitalquote der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf neun Prozent zu erhöhen. Bei der Finanzierung macht sich Oettinger für eine Landeslösung stark. Außerdem fordert eine Rückbesinnung auf das ursprüngliche Geschäftsmodell der LBBW.
Günther Oettinger (CDU), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, will die Eigenkapitalqoute der LBBW mit Steuerzahlergeld stärken. Foto: ap
STUTTGART. "Wir erleben in diesen Wochen, dass durch staatliche Hilfen die Banken in der ganzen Welt in ihrem Kernkapital gestärkt werden. Neun Prozent werden ein Standard, den man, um im Wettbewerb zu bleiben, beachten muss. Den streben wir auch an", sagte Oettinger dem Handelsblatt.
Bei der Finanzierung macht sich Oettinger für eine Landeslösung stark. "Darüber beraten wir in diesen Stunden mit unseren Miteigentümern. Wenn es europarechtlich geht, ziehe ich die landeseigene Lösung vor", sagte er. Baden-Württembergs Regierungschef will den Eigentümern der Bank, neben dem Land sind das vor allem der Sparkassenverband und die Stadt Stuttgart, beim Treffen von Verwaltungsrat und Trägerversammlung am Freitag zudem empfehlen, Fusionsverhandlungen mit der BayernLB aufzunehmen. "Meine Empfehlung ist, dass wir uns zu Gesprächen mit den Trägern der BayernLB entscheiden. Ergebnisse werden erst im nächsten Jahres zu erwarten sein", sagte er.
Oettinger forderte eine Rückbesinnung der Landesbanken auf ihr ursprüngliches Geschäftsmodell. "Wir müssen für die Landesbanken auch über das Geschäftsmodell sprechen. Neben der Aufgabe der Sparkassenzentralbank ist in der Tat die Funktion der Mittelstandsbank wichtig. Da haben wir mit unserer früheren Landesgirokasse und unserer früheren BW-Bank-AG, die die heutige BW Bank innerhalb der Landesbank bilden, gute Erfahrungen gemacht", sagte Oettinger.


