Offener Streit im Management: Capitalia-Aktionäre rebellieren

Offener Streit im Management
Capitalia-Aktionäre rebellieren

Der Vorstandsvorsitzende der italienischen Bank Capitalia, Matteo Arpe, riskiert seinen Posten. Auf der heutigen Vorstandssitzung der drittgrößten Bank des Landes wird der Aktionärspakt aller Voraussicht nach den Rücktritt des 42-jährigen Managers beantragen.

MAILAND. Der Verwaltungsrat werde über die „Widerrufung der Bemächtigung des Vorstandsvorsitzenden abstimmen“, teilte die Bank mit. Hinter dem Putschversuch steht vor allem Chairman Cesare Geronzi, der sich mit Arpe über die Zukunft der Bank zerstritten hat.

Mit dem Rücktritt Arpes würde der Sanierer der Bank gehen und ein Chairman mit nicht ganz blütenweißem Hemd bleiben. Der 42-jährige Arpe war 2001 angetreten und hat die angeschlagene Bank innerhalb von wenigen Jahren zu einem schlagkräftigen Spieler auf dem Heimatmarkt gemacht. Der Aktienkurs hat sich allein in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Geronzi wurde Anfang Dezember im Fall Italcase zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt und von seinem Amt suspendiert. Er selbst hat stets seine Unschuld beteuert. Seit Ende Januar ist Geronzi wieder im Amt, ohne dass es juristische Neuigkeiten gab.

Die Spannungen zwischen den beiden Managern sind mit dem Eintritt der spanischen Santander-Gruppe und dem französischen Investor Vincent Bollorè Anfang des Monats deutlich zu Tage getreten. Beide halten jeweils weniger als zwei Prozent der Capitalia-Aktien. Während Geronzi den Eintritt der Spanier begrüßte, warnte Arpe vor einer möglichen Übernahme durch die Ausländer. Dabei hat sich Arpe in der Vergangenheit bisher grundsätzlich durchaus offen für Übernahmen gezeigt. Er fürchtet wohl vor allem, dass sich Geronzi Alliierte für seine eigene Strategie an Bord holt.

Geronzi, der in Italiens Finanzkreisen bestens vernetzt ist, scheint vor allem auf dem italienischen Markt agieren zu wollen. Wie in Finanzkreisen spekuliert wird, könnte Geronzi eine Fusion mit Mediobanca forcieren, an der Capitalia schon heute knapp zehn Prozent hält. Gemeinsam könnten die beiden Banken versuchen, den Versicherungsriesen Generali zu kontrollieren. Sowohl Mediobanca als auch Capitalia sind schon heute mit 14,1 bzw. 2,7 Prozent an Generali beteiligt. Ein solcher Schachzug würde Geronzis Einfluss in Italiens Finanzwelt deutlich stärken.

Seite 1:

Capitalia-Aktionäre rebellieren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%