Die heftigen Kursausschläge an den Börsen haben Comdirect und Co. ein deutliches Plus bei den Wertpapieraufträgen beschert. Beim Marktführer Comdirect stieg die Zahl der Orders im Vergleich zum August um 42 Prozent auf 811 538.
HB DÜSSELDORF. Wegen der Zuspitzung der Finanzkrise Mitte September waren die Börsen weltweit auf eine rasante Talfahrt gegangen. Der deutsche Leitindex Dax, in dem die 30 größten börsennotierten Firmen Deutschlands notiert sind, büßte im vergangenen Monat rund 1000 Punkte ein. Das Volumen der gehandelten Wertpapiere an allen deutschen Börsen stieg in diesem Zeitraum um rund 70 Prozent. Die Zahl der Orders stieg im Vergleich zum August um 42 Prozent auf 811.538, wie die Commerzbank-Tochter mitteilte.
Auch die Konkurrenten von Comdirect blicken auf einen starken September zurück: „Erstaunlicherweise gab es bei uns deutlich mehr Kauf- als Verkaufsaufträge“, so ein Sprecher der ING Diba. Auch bei der DAB bank zeigt man sich zufrieden mit dem September. Zudem seien die ersten Oktobertage „sehr stark“, so ein Sprecher. Konkrete Zahlen liefert die Onlinebank allerdings nur quartalsweise.
Comdirect musste allerdings bei den Kundeneinlagen Federn lassen. Das betreute Kundenvermögen in Depots, Fonds und sonstigen Konten wie Tagesgeldern ging gegenüber dem Vormonat um knapp sechs Prozent auf 21,2 Mrd. Euro zurück. Die Zahl der Kunden lag bei 1,29 Millionen.
Der Broker aus Quickborn beim Hamburg peilt für 2008 einen Vorsteuergewinn von 70 Millionen Euro an - nach mehr als 90 Millionen Euro vor einem Jahr. Grund für den erwarteten Rückgang sind Kosten für den Ausbau des Instituts zu einer Vollbank.
Das Management will die früher auf den reinen Aktienhandel via Internet ausgerichtete Bank unabhängiger machen vom schwankungsanfälligen Wertpapiergeschäft und stößt in andere Geschäftsbereiche wie Baufinanzierung und Tagesgeldkonten vor.

