An den deutschen Börsen laufen die Geschäfte seit Jahresbeginn flau. Die Umsatzzahlen befinden sich im Sinkflug. Davon sind nach neuen Zahlen auch die Online-Broker betroffen. Beim Marktführer Comdirect gehen die Auftragszahlen seit zwei Monaten nach unten. Jetzt kommt alles auf den April an.
FRANKFURT. Bei den drei großen Online-Brokern ist im ersten Quartal die Zahl der ausgeführten Wertpapieraufträge zurückgegangen. Gestern veröffentlichte die Comdirect
ihre Orderzahlen für März. Demnach ist beim Marktführer zum ersten Mal seit über 15 Monaten die Zahl der ausgeführten Aufträge in zwei Monaten hintereinander rückläufig. Ähnlich sieht es bei der DAB
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und Cortal Consors aus. Die Anbieter verweisen zur Begründung auf das zurückhaltende Umfeld an den deutschen Börsen seit Jahresbeginn."Die allgemeine Lage an den Börsen animiert nicht gerade", sagte ein DAB-Sprecher dem Handelsblatt."
Die Comdirect
-Kunden
gaben im März 686 209 Orders, im Vormonat waren es noch 714 178, im Januar über eine Million. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl um knapp ein Drittel zurück. Ähnlich sieht es bei der DAB
-Bank
aus. Dort werden keine Monatszahlen veröffentlicht, der Trend gehe aber nach unten, sagte ein DAB-Sprecher. Allerdings sieht er die Anbieter noch nicht in der Krise: "Im Februar und März gab es wenige Handelstage, die natürlich auch für wenig Handel sorgten." Es gebe keinen Anlass für die Annahme, dass die Zahlen in den nächsten Wochen weiter nach unten gehen. Schwankungen wie jetzt im Februar und März gebe es immer mal wieder.
Auch Cortal Consors meldet einen Rückgang der Orders, will aber ebenfalls nicht von einer Krise sprechen. 1,6 Prozent weniger Aufträge führten die Broker von Februar auf März aus. Kritisch werde es erst, wenn auch der April schlecht werde. "Es kann sein, dass gerade die Gelegenheitstrader nach dann drei schlechten Monaten in eine Schockstarre fallen und ein Abwärtstrend einsetzt", sagte ein Sprecher. Andersherum sehe er aber die Chance für eine Trendwende im Mai, sollte der April positiv verlaufen.
Order-Rückgänge gibt es auch bei der Sino AG. Der vergleichsweise kleine Broker, der sich auf vermögende Privatanleger spezialisiert hat, meldete einen Rückgang der ausgeführten Aufträge im März auf 100 897. Das waren etwa zehn Prozent weniger als im Februar und 23 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

