Oppenheim-Esch-Fonds: Was die Deutsche Bank wusste

Oppenheim-Esch-Fonds
Was die Deutsche Bank wusste

Die Deutsche Bank ist schon früh über Risiken der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds informiert gewesen. Das geht aus einem juristischen Gutachten hervor, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
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DüsseldorfBereits Monate vor der Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim im März 2010 waren der Deutschen Bank rechtliche Risiken der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds bekannt. Das geht aus einem 165-seitigen Gutachten der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer vom 28. August 2009 hervor, das die Deutsche Bank im Rahmen des Due Diligence-Prozesses in Auftrag gegeben hatte.

Wie das Handelsblatt (Freitagausgabe) berichtet, warnen die Prüfer, dass in „einer großen Zahl von Fällen“ den Investoren der Fonds nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen vorgelegt worden seien. Besonders die Oppenheim-Esch-Fonds, deren Anteile nach der Neuerung des Verbraucherschutzgesetzes 2002 verkauft worden waren, bergen demnach für die Bank Risiken in Höhe von bis zu 1,77 Milliarden Euro.

Zudem nahmen die Prüfer den Fonds der „Grundstücksgesellschaft der Bürohäuser Köln Rheinpark GbR“, an dem Sal. Oppenheim indirekt beteiligt war, unter die Lupe. Bei dem Bauprojekt ging es um den Umbau der alten Kölner Messehallen zu Büros. „Die weichen Kosten erscheinen im Vergleich zum Marktstandard sehr hoch“, bemerkten hierzu die Gutachter. Hierfür gebe es keine Erklärung. Die Anwälte kritisierten zudem die Aufklärung der Investoren über mögliche Risiken. Die Aufklärung sei nicht pflichtgemäß erfolgt. Es könne deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass Oppenheim für die Fondsverluste haftbar sei. Auch die Prospekte enthielten nicht die üblichen Risikoanalysen. Darüber hinaus habe Oppenheim die Beratungsgespräche nicht hinreichend dokumentiert.

Die Deutsche Bank sagt auf Anfrage des Handelsblatts, bei dem Gutachten der Anwaltskanzlei handele es sich um den Versuch in einer frühen Phase der Due-Diligence-Prüfung, einen Überblick zu möglichen Risiken aus den Fondsstrukturen zu geben. „Die in dem Bericht enthaltenen Ergebnisse waren zum damaligen Zeitpunkt vorläufig. Sie wurden von der Deutschen Bank im Zuge der Due Diligence vor dem Erwerb von Sal. Oppenheim weiter untersucht und haben sich in der Folgezeit dabei zum Teil deutlich relativiert“, heißt es in einer Stellungnahme.

Welche Teile des Berichts sich genau relativiert haben, wollte die Bank mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen allerdings nicht sagen.

Ein achtseitiges Dossier über die Vorgänge bei der Privatbank Sal. Oppenheim finden Sie in der Handelsblatt-Freitagsausgabe oder ab sofort im Handelsblatt-Shop.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    entscheidend ist doch nicht, was die Deutsche Bank wußte, sondern ob die Deutsche Bank als Rechtsnachfolger von Sal.Oppenheim für deren Fehler haftet. Da haben bisher Zivilgerichte gegen die Anleger entschieden.Aus meiner Beurteilung der vorliegenden Entscheidungen, wurden aber wesentliche Argumente für eine Haftung von Oppenheim nicht vorgebracht. Dies könnte auch in den Berufungsverfahren noch geschehen.
    mit freundlichen Grüßen
    Claudius Mink
    Im Stöck 7
    76275 Ettlingen

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