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10.02.2005 
Debatte um Drei-Säulen-Modell neu entfacht

Ostdeutsche Sparkasse will Privatbank kaufen

von Frank Matthias Drost, Handelsblatt

Eine Sparkasse und eine Genossenschaftsbank wollen zum ersten Mal in Deutschland eine Privatbank übernehmen. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) in Potsdam und die genossenschaftliche Berliner Volksbank seien trotz des Widerstands ihrer Verbände am Kauf der Berliner Bank interessiert, sagte MBS-Vorstandschef Walter Schubert: „Ich würde dieses Projekt gern mit der Berliner Volksbank verwirklichen.“

BERLIN. Der Vorstoß ist ein Angriff auf das deutsche Bankensystem, das traditionell auf den drei getrennten Säulen Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken ruht.

Der Vorstandschef der Berliner Volksbank, Karl Kauermann, begrüßte Schuberts Initiative. „Auch wir favorisieren eine regionale Lösung“, sagte er. Die US-Investmentbank JP Morgan soll beide Institute bei der geplanten Übernahme der Berliner Bank beraten. Der Kaufpreis dürfte sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen, 500 Mill. Euro wären nach Schuberts Worten allerdings „zu viel“. Die Bankgesellschaft Berlin muss sich spätestens bis Februar 2007 von ihrer Tochter Berliner Bank trennen. Das ist eine der Auflagen, unter der die EU im Jahr 2002 milliardenschwere Beihilfen des Landes Berlin für die durch riskante Immobiliengeschäfte in Schieflage geratene Bankgesellschaft genehmigt hat.

Das Bieterverfahren für die Berliner Bank könnte noch 2005 starten. Neben MBS und Berliner Volksbank gelten US-Fondsgesellschaften wie Cerberus, Lone Star und Texas Pacific als Interessenten. In jedem Fall wäre MBS-Chef Schubert für den Kauf der Berliner Bank gut gerüstet. Das für Übernahmen verfügbare Eigenkapital beträgt 685 Mill. Euro, hinzu kommen stille Reserven von 340 Mill. Euro. Eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken sagte, die geplante Übernahme sei aus Verbandssicht „nicht vorstellbar“.

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