Pfandbrieftochter in Luxemburg: NordLB schafft neues Geschäftsfeld

Pfandbrieftochter in Luxemburg
NordLB schafft neues Geschäftsfeld

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) will mit einer eigenen Pfandbriefbank ein neues Geschäftsfeld aufbauen. Die Pfandbrieftochter in Luxemburg strebt bis 2010 Geschäftsvolumen von knapp zehn Milliarden Euro an.

HANNOVER. „Wir wollen Staaten und öffentliche Unternehmen in der gesamten OECD finanzieren“, sagte NordLB-Vorstand Jürgen Kösters dem Handelsblatt. Nur zu einem kleinen Teil sollen die Sparkassen refinanziert werden.

Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehören 30 Mitglieder an. Neben den EU-Staaten sind das beispielsweise die USA, Kanada, Japan, Australien, Südkorea und die Schweiz. Das Geschäft mit Staaten und Unternehmen der OECD will die NordLB im Kern mit erstklassig bewerteten Pfandbriefen refinanzieren.

Bis 2010 plane die NordLB ein Geschäftsvolumen in Luxemburg von 9,5 Mrd. Euro. Derzeit kommt die NordLB in Deutschland auf ein Volumen von 38 Mrd. Euro. Mit der neuen Pfandbriefbank solle das Pfandbriefgesetz in Deutschland keineswegs umgangen werden, sagte Kösters. Es gebe auch keine direkte Konkurrenzsituation zu Aktivitäten in Deutschland, da die Pfandbriefe in Luxemburg in Nicht-EU-Währung begeben werden sollen.

Das deutsche Pfandbriefgesetz trat am 19.7.2005 in Kraft. Zu dem Zeitpunkt fielen auch staatliche Garantien für die Landesbanken wie Gewährträgerhaftung und Anstaltslast weg. Das Gesetz fasst die Regelungen aus drei ursprünglichen Gesetzen zusammen. Dabei wich der Gesetzgeber vom bislang geltenden Spezialbankprinzip ab. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen jetzt alle Kreditinstitute Pfandbriefe emittieren.

Pfandbriefe sind hochwertige Bankschuldverschreibungen, die durch Hypotheken oder Kredite an den öffentlichen Sektor besichert sind. Für Landesbanken sind Pfandbriefe ein wesentliches Instrument der Refinanzierung.

Klösters sieht die NordLB als Vorreiter unter den Landesbanken. „Ich bin überzeugt, dass uns die eine oder andere Landesbank folgen wird“, so der Vorstand. Auch die Deka-Bank, das Spitzeninstitut der Sparkassen, denkt über ähnliche Pläne nach. Die geplante Pfandbriefbank in Luxemburg soll als Tochter der NordLB Luxembourg S.A. fungieren.

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