Die genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank starten einen neuen Anlauf für eine Fusion. Im Zuge dessen gibt der umstrittene Präsident des Bundesverbands Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, seinen Posten zum 15. Juli auf.
Christopher Pleister tritt als Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volks- und Raiffeisenkassen ab. Damit will er eine Fusion zwischen DZ Bank und WGZ Bank ermöglichen. Foto: ap
sos/HB FRANKFURT. „Er verbindet diese Entscheidung mit der Erwartung einer strukturellen Weiterentwicklung der genossenschaftlichen Organisation und begrüßt in diesem Zusammenhang die heutige gemeinsame Ankündigung der Wiederaufnahme der Sondierungsgespräche zwischen der DZ Bank und der WGZ Bank“, begründete der BVR den Schritt am Mittwoch in einer Mitteilung.
Die Institute seien übereingekommen, in Gespräche über einen Zusammenschluss einzutreten, teilten die beiden genossenschaftlichen Zentralbanken am Mittwoch in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. In den Sondierungsgesprächen soll es um die „strategische und strukturelle Weiterentwicklungen im Sinne der Volksbanken und Raiffeisenbanken“ gehen. Eine Vereinbarung soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erreicht werden.
Die beiden Häuser hatten schon drei Versuche einer Fusion unternommen. Diese war aber an persönlichen Differenzen und an Uneinigkeit über die künftigen Strukturen gescheitert, zuletzt im Dezember 2006. Auch der heute 60-jährige Pleister wird dafür verantwortlich gemacht. Er habe mit gezielten Indiskretionen den Zusammenschluss der Zentralbanken torpediert. Pleister hat dies stets bestritten.
Aus DZ Bank und WGZ entstünde die Nummer drei unter den deutschen Banken mit einer Bilanzsumme von mehr als 500 Mrd. Euro. Zur DZ Bank mit Sitz in Frankfurt gehören die meisten der gut 1 250 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland. Die WGZ Bank (Düsseldorf) ist das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen.

