Doch so mancher Ortsbanker wünscht sich den BVR künftig vor allem als Sprachrohr in den eigenen Reihen. „Es wäre gut, wenn der BVR nach einer Fusion vor allem die Belange der Institute vertreten würde“, sagt ein Bankvorstand, „als Gegengewicht zur Zentralbank.“ Deren Vertreter sollen dafür die Gremien des BVR verlassen.
Andere wollen, dass der BVR die Prüfungsrolle der regionalen Verbände übernimmt und damit dem Verbund Kosten spart. Die derzeit noch sieben Regionalverbände sind die Buchprüfer und regionalen Interessenvertreter der rund 1 200 Volks- und Raiffeisenbanken. Derzeit fusionieren die Verbände in Norddeutschland und Frankfurt sowie die in Baden und Württemberg. Auch der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband erwägt eine Fusion mit den Frankfurtern. Verbundintern heißt es, in ein paar Jahren gäbe es dann nur noch einen Verband. Der wiederum würde dann dem BVR Konkurrenz machen.
Die Bayern dagegen wollen die Regionalverbände behalten und stattdessen einen starken BVR-Präsidenten als Oberhaupt in einem neuen „Deutschen Genossenschaftsverband“ installieren. „Bisher sind die Genossen zu zersplittert, um wirksam Bundespolitik zu machen. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften haben einen eigenen Verband, die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften einen anderen und die Banken den BVR, das ist zu unübersichtlich“, sagt ein Banker. Ganz nebenbei würde das Modell den BVR-Präsidenten zum machtvollen Verbund-Lobbyisten in Berlin machen.

