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29.02.2008 
Volks- und Raiffeisenbanken

Pleister warnt vor Einlagensicherungsreform

von Frank M. Drost

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, hat die Regierung vor Eingriffen in die bestehende Einlagensicherung gewarnt. Die Volksbanken wollen im Schadensfall nicht für andere Kreditinstitute einspringen. Klare Worte fand Pleister auch zu dem Verhalten der privaten Banken bei der IKB.

"Es wäre völlig absurd, wenn wir via Überlaufsystem die Risiken der Konkurrenz abfedern müssten." Christopher Pleister, Präsident des BVR. Foto: APLupe

"Es wäre völlig absurd, wenn wir via Überlaufsystem die Risiken der Konkurrenz abfedern müssten." Christopher Pleister, Präsident des BVR. Foto: AP

BERLIN. Mit Blick auf die Pleite des Wertpapierdienstleisters Phoenix ist das Bundesfinanzministerium (BMF) derzeit dabei, Chancen für eine Reform des Einlagensicherungssystems auszuloten. Phoenix war Mitglied in der Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen (EdW), die sich aber außerstande sieht, für den 180 Mill. Euro schweren Schaden einzustehen.

Das BMF hat ein Gutachten in Auftrag geben. Demnach sollen die bislang voneinander unabhängigen Sicherungseinrichtungen der privaten Banken, Sparkassen, Genossenschaftsinstitute und Wertpapierdienstleister im Schadensfall gegenseitig einspringen. "Es wäre völlig absurd, wenn wir via Überlaufsystem die Risiken der Konkurrenz abfedern müssten", wettert Pleister gegenüber dem Handelsblatt. Dann würden ja die funktionierenden Einrichtungen bestraft und die belohnt, die sich in der Krise nicht angemessen verhalten haben. "Wir werden alles tun, um eine Art Überlaufsystem zu verhindern", kündigt der BVR-Präsident an.

Klare Worte findet Pleister auch zu dem Verhalten der privaten Banken bei der angeschlagenen, börsennotierten Mittelstandsbank IKB. Diese ist Mitglied in der Sicherungseinrichtung des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). "An dem Sanierungsvolumen der IKB in Höhe von 6,5 Mrd. Euro lag der Beitrag der BdB-Sicherungseinrichtung gerade mal bei 15 Prozent", kritisiert Pleister. Das sei alles andere als angemessen. Innerhalb der genossenschaftlichen Gruppe würde ein Schadensfall vollständig durch die eigene Sicherungseinrichtung abgedeckt. Auch die Sparkassen-Organisation hat das Verhalten der privaten Banken bei der IKB bereits gerügt. Der BdB wies die Kritik zurück.

Die Sicherungseinrichtungen der Kreditwirtschaft seien gefordert, dass "von ihren Instituten keine Bedrohung für den Finanzplatz Deutschland" ausgehen, betont Pleister.

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